Förster Wohlleben rät: „Die Natur einfach machen lassen“
Weniger Nadelbäume, mehr Naturbelassenheit - so will der Naturschützer und Autor Peter Wohlleben die Überlebenschancen deutscher Wälder in Zeiten des Klimawandels erhöhen.
Forstexperte Peter Wohlleben plädiert für mehr Chaos im Wald. (Archivbild)Marcus Brandt/dpa
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Aus Sicht des Försters und Bestsellerautors („Das geheime Leben der Bäume“) Peter Wohlleben geht von den Wald-Monokulturen in Deutschland ein Risiko für Waldbrände aus. In der „Augsburger Allgemeinen“ (Dienstagausgabe) fordert er rasche Konsequenzen für die Forstwirtschaft. „Nadelholzkulturen erzeugen die Waldbrände der Zukunft“, sagte der 62-Jährige der Zeitung. „Aber leider bauen selbst staatliche Forstwaldungen immer noch nicht-heimische Nadelbäume an.“
Weil Fichten und Kiefern unter den sich wandelnden Klimabedingungen eingingen, werde nun oft auf Douglasien gesetzt, merkte Wohlleben an. Das sei kein guter Ersatz. „Unter Douglasien und Nadelbäumen ist die Grundwasserbildung generell ganz besonders schlecht.“
Plädoyer für etwas Chaos im Wald
Viel wirkungsvoller wäre es in Deutschland, wenn man zulassen würde, dass Laubwälder sich auf natürliche Weise erholen - wie das in geschützten Nationalparks wie dem Bayerischen Wald geschehe. „Der Nationalpark hat sich überraschend gut regeneriert“, betonte Wohlleben. „Die Natur einfach machen lassen, wäre das beste Rezept.“
Forstwirtschaft und Bevölkerung müssten ein gewisses Chaos aushalten können, sagte Wohlleben. „Umgefallene Bäume etwa wirken wie ein Zaun für Rehwild. Da können sich sehr schön Laubbäume entwickeln, ohne dass sie abgefressen werden.“