Fans feiern, Trainer mahnt: Herthas Kraftakt für Platz eins
Dieses Gefühl kannte man bei Hertha BSC seit Jahren nicht mehr: Tabellenführer. Nach dem Sieg gegen Magdeburg sind die Berliner ganz oben. Einen großen Anteil hat ein junger Angreifer.
Adewumi (l.) ist für Hertha BSC derzeit Gold wert. Andreas Gora/dpa
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„Spitzenreiter, Spitzenreiter“ schallte es aus der Ostkurve. Die Fans von Hertha BSC feierten ihr Glück als Tabellenführer der 2. Bundesliga ausgiebig. Stefan Leitl, der Trainer der Berliner, wollte den Wohlfühl-Moment nach dem 2:1 (1:1) gegen den 1. FC Magdeburg und die Euphorie um den neuen Fanliebling Oluwaseun Adewumi aber nicht überbewerten.
„Ich bin sehr glücklich über den Sieg heute“, stellte Leitl mit ziemlich grimmigem Gesichtsausdruck fest - um dann noch nachzuschieben. „Um auf Dauer zu punkten, müssen wir besser Fußball spielen.“ Rumms. Da wollte einer auf keinen Fall zu viel Zufriedenheit aufkommen lassen.
Leidenschaft, Intensität, Kampfgeist, alles schön und gut, meinte Leitl nach dem vierten Sieg im vierten Spiel. Aber das Spiel mit dem Ball und die Naivität bei defensiven Standards gefielen dem Hertha-Coach gar nicht. Gegen die Magdeburger mussten die Berliner ganz schön leiden.
Seguin ärgert sein Platzverweis
In seiner Mannschaft findet Leitl offenbar Gehör. „Wir wollen weiter hart arbeiten, wir dürfen keinen Prozent nachlassen“, sagte Paul Seguin, der mit seiner Gelb-Roten Karte den Sieg fast noch in Gefahr gebracht hatte. „Das darf mir nicht passieren“, äußerte sich der Routinier selbstkritisch über sein Foul.
Bei aller Vorsicht. Die Zahlen haben historische Ausmaße. Vier Hertha-Siege in der Liga zum Saisonstart suchten Statistiker seit Bundesliga-Gründung vergeblich in den Fußball-Annalen. Platz eins gibt einfach ein gutes Gefühl für den so lange durch Fehlleistungen auf und neben dem Platz gepeinigten Hauptstadtclub. Seit dem Abstieg 2023 waren die Berliner nie ganz oben.
Adewumi ist „crazy“
Und ein strahlendes Gesicht ist Adewumi. Im dritten Spiel in Serie traf der Österreicher als Joker. Jon Dagur Thorsteinsson, der den Treffer zum 2:1 vorbereitete, nannte ihn „crazy“. Unbekümmert, frech, aber nicht überheblich. Solche Typen lieben sie in Berlin. Adewumi kam zur zweiten Halbzeit für den diesmal unglücklichen, weil am Gegentor durch Falko Michel (30.) per Kopfball nach einem Eckball schuldigen Soufian Gouram.
Der Treffer hatte Magdeburg nach der ersten Hertha-Führung durch Kapitän Josip Brekalo (10. Minute) vor 60.569 Zuschauern überhaupt erst wieder ins Spiel gebracht.
Josip Brekalo erzielt die frühe Führung für Hertha BSC. Andreas Gora/dpa
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Herthas ganzes Selbstvertrauen spiegelte sich in diesem Tor wider. Kevin Sessa ließ sich auf der rechten Außenbahn von Magdeburger Rempeleien nicht beeindrucken. Sein Zuspiel fand über Gouram letztlich Brekalo. Diesen Offensivdrang und diese Konsequenz will Leitl permanent sehen. Dann kann er sich auch richtig über die Sieg-Gesänge der Hertha-Fans freuen.
Nach einem Eckball fällt der 1:1-Ausgleich für Magdeburg. Andreas Gora/dpa
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