Brandstifter vom Kehlsteinhaus hat wohl Vorgeschichte
Ein psychisch kranker Mann soll nach bisherigen Erkenntnissen den Brand gelegt haben. Er will einer Aussage zufolge schon vorher kriminell gewesen sein.
Das Kehlsteinhaus am Obersalzberg bei Berchtesgaden ist bei einem Brand völlig zerstört worden. --/Kilian Pfeiffer/dpa
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Drei Tage nach der Zerstörung des historisch bedeutsamen Kehlsteinhauses am Obersalzberg bei Berchtesgaden gehen die Ermittlungen zu den Hintergründen der Brandstiftung weiter. Die Polizei hatte einen 33 Jahre alten Mann festgenommen, dem die Tat angelastet wird. Er wurde noch am Samstag in eine geschlossene Psychiatrie gebracht.
Festgenommener bezichtigt sich der Körperverletzung
Der Mann mit Wohnsitz in Berlin - aber Verbindungen in die Region - hatte sich Tage vor dem Brand selbst bei der Polizei einer Straftat bezichtigt, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd bestätigte. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet.
Der Mann will nach Angaben der Staatsanwaltschaft 2013 eine schwere Körperverletzung verübt haben. Damals war ein Mann am Nikolaustag am Rande des traditionellen Buttenmandllaufs mit einer Bierflasche schwer am Kopf verletzt worden. Delikte dieser Art verjähren üblicherweise nach zehn Jahren und könnten somit nicht mehr verfolgt werden. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Traunstein, Rainer Vietze, sagte, die Angaben des Mannes müssten erst noch auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft werden.
Keine Angaben machte er zu Informationen der „Bild“-Zeitung, wonach bei dem Tatverdächtigen auch Material gefunden wurde, das auf eine Verbindung zur linksgerichteten Antifa-Bewegung hindeutet. Auch zu Spekulationen über eine mögliche Drogenabhängigkeit des 33-Jährigen machte Vietze mit Verweis auf die erst angelaufenen Ermittlungen keine Angaben.
Gebäude soll wieder aufgebaut werden
Das seit Jahrzehnten als Berggasthof genutzte Gebäude brannte in der Nacht zum Samstag fast vollständig nieder. Der Schaden geht nach ersten Schätzungen in die Millionen. Die Feuerwehr musste mit bis zu 200 Einsatzkräften unter teils widrigen Wetterumständen zu dem mehr als 1.800 Meter hoch gelegenen Kehlsteinhaus vorrücken. Die Löscharbeiten waren am Sonntag beendet worden.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte bereits am Samstag angekündigt, dass das geschichtsträchtige Gebäude, das sich im Eigentum des Freistaates Bayern befindet, wieder aufgebaut werden soll. „Wir werden da kaum eine Ruine stehen lassen können“, sagte der Minister.
Hitlers „Eagles Nest“
Das Kehlsteinhaus war in den 1930er Jahren von den Nationalsozialisten als Teil des von Adolf Hitler genutzten Komplexes am Obersalzberg erbaut worden. Es wurde 1938 fertiggestellt und befand sich in einem damals abgeriegelten und für die Öffentlichkeit gesperrten Wohn- und Regierungsareal der nationalsozialistischen Führung. Eine Ausstellung dort widmet sich der Geschichte des Gebäudes.
Das Gebäude ist seit 1952 eine frei zugängliche Berggaststätte. Bei schönem Wetter eröffnet sich ein herrlicher Blick auf die Alpen. International ist das heutige Ausflugsziel als „Eagles Nest“ bekannt, was mit „Adlerhorst“ übersetzt werden kann.
Das Haus am Obersalzberg unweit der Grenze zu Österreich ist schwer zu erreichen - normalerweise wird das Kehlsteinhaus mit Bahnbussen der sogenannten Kehlsteinlinie für die vielen Touristen aus dem In- und Ausland angesteuert. Die letzten 100 Höhenmeter überwindet ein Lift durch den Berg oder ein Fußweg.
Am Samstagmorgen brannte es noch im Kehlsteinhaus. Jason Tschepljakow/dpa
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Die Feuerwehr war die ganze Nacht im Einsatz.Kilian Pfeiffer/dpa
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Bisherigen Erkenntnissen zufolge befand sich bei Brandausbruch niemand in dem Gebäude. (Archivbild)picture-alliance/ dpa
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