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Dinkci froh zurück zu sein: „Bremen ist Heimat“

Für Eren Dinkci ist Fußball nicht mehr das Wichtigste. Ein privater Schicksalsschlag hat die Perspektiven verändert.

Von Lars Reinefeld, dpa

28.08.2026

Eren Dinkci macht privat eine schwere Zeit durch. (Archivbild)Tom Weller/dpa

Eren Dinkci macht privat eine schwere Zeit durch. (Archivbild)Tom Weller/dpa

© Tom Weller/dpa

Die Bilder des weinenden Eren Dinkci vor der Fankurve gehörten sicher zu den bewegendsten Momenten der vergangenen Bundesliga-Saison. Wenige Tage, nachdem der 24-Jährige die Krebsdiagnose seiner Freundin Cinja öffentlich gemacht hatte, traf der Angreifer beim 2:0 des 1. FC Heidenheim gegen den FC St. Pauli. Seine Gefühle konnte Dinkci danach nicht verbergen.

„So ein Tor gibt natürlich auch Kraft“, sagte Dinkci. „Das Tor ist ihr gewidmet, ganz klar. Und ich hoffe, dass sie sich gefreut hat und ihr das Tor auch ein bisschen Kraft schenkt“, sagte der damals vom SC Freiburg an Heidenheim ausgeliehen Stürmer.

Zurück in der Heimat

Inzwischen ist Dinkci zurück bei Werder Bremen. Jenem Verein, bei dem er seine ersten Schritte im Profifußball gemacht und insgesamt 50 Pflichtspiele absolviert hat. Dinkci ist in Bremen geboren und hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass die Hansestadt immer seine Heimat geblieben ist. Umso glücklicher waren der Deutsch-Türke und seine Partnerin, dass es in diesem Sommer mit einer Rückkehr an die Weser klappte - wenn auch erst einmal nur auf Leihbasis für ein Jahr.

Im vertrauten Umfeld hoffen Dinkci und seine Freundin, ihren Kampf gegen den Krebs erfolgreich fortführen zu können. „Von einem Moment auf den anderen steht alles still und gleichzeitig beginnt ein Weg, den man sich so nie hätte vorstellen können“, hatte das Paar Mitte April in einer gemeinsamen Mitteilung des SC Freiburg und des 1. FC Heidenheim gesagt. „Du bekommst brutal vor Augen geführt, was wirklich wichtig ist. Für die Probleme, die ich vorher hatte, wäre ich jetzt dankbar. Meine Sichtweise hat sich fundamental gewandelt“, sagte Dinkci in einem Gespräch mit der „Deichstube“.

Breite Suche nach einem Spender 

Ärzte hatten bei Dinkcis Freundin Ende Januar Blutkrebs festgestellt, Leukämie ist dabei die häufigste Form. Bei Cinja handelt es sich um eine akute lymphatische Leukämie. Für viele Betroffene ist eine Stammzellspende die letzte Chance auf ein Überleben, so vielleicht auch für Dinkcis Freundin. Da in der Familie aber kein passender Spender gefunden wurde, hatten Freiburg, Heidenheim und später auch Werder gemeinsam mit der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) zu einigen kostenlosen Registrierungsaktionen aufgerufen.

Hoffen auf erstes Tor im Weserstadion

Sportlich hofft Dinkci in seiner Heimat auf den verspäteten Durchbruch. In seiner Anfangszeit bei Werder kam der Stürmer über die Rolle des Jokers selten hinaus. Noch immer wartet er auf sein erstes Tor im Weserstadion. „Bremen ist meine Heimatstadt. Werder ist der Verein, bei dem ich Profi geworden bin. Daher freue ich mich sehr, wieder im Weserstadion und bei Werder spielen zu können“, sagte Dinkci zu seiner Rückkehr.

Gemeinsam mit Publikumsliebling Niclas Füllkrug soll er für die nötigen Tore an der Weser sorgen. „Eren ist ein gradliniger Spieler, agiert mit viel Tempo. Er kann überwindend sein. In Heidenheim lernt man, wie man gegen den Ball arbeitet. Das kann ich direkt von ihm erwarten“, sagte Werder-Coach Daniel Thioune. 

Nachdem Dinkci mit muskulären Problemen nach Bremen kam, steht er inzwischen wieder im Training. Einem Einsatz bei seinem Ex-Club in Freiburg am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) dürfte damit nichts im Wege stehen.

Dinkcis Treffer gegen den FC St. Pauli war sein bislang emotionalster. (Archivbild)Tom Weller/dpa

Dinkcis Treffer gegen den FC St. Pauli war sein bislang emotionalster. (Archivbild)Tom Weller/dpa

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