Dank Futkeu und Hrgota: Fürth wendet gegen Essen Absturz ab
Es ist ein Relegationskrimi. Nach Zittermomenten rettet sich Greuther Fürth doch noch. Rot-Weiss Essen bleibt in der 3. Liga. Zwei Stürmer machen ihren Fans Abschiedsgeschenke.
Noel Futkeu zeigt, warum er Torschützenkönig der 2. Bundesliga ist.Daniel Karmann/dpa
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Die Fürther um ihre Matchwinner Noel Futkeu und Branimir Hrgota fielen sich vor Erleichterung in die Arme. Die Spieler von Rot-Weiss Essen sanken konsterniert zu Boden. Und dann gab es nach dem Abpfiff auch noch ein Gerangel auf dem Platz. Die Polizei postierte sich vor dem Fanblock der Gäste.
Die SpVgg Greuther Fürth hat dank ihrer Vorzeigestürmer Futkeu und Hrgota den ersten Absturz in die Drittklassigkeit nach 29 Jahren doch noch abgewendet. Der ewige Tabellenführer der 2. Fußball-Bundesliga bezwang nach einem Stotterstart und späten Zittermomenten Essen im Relegationsrückspiel am Ende verdient mit 2:0 (1:0).
„Es fällt eine Reisenlast ab. Es ist unbeschreiblich. Ich bin unglaublich stolz“, sagte Fürths Felix Klaus überglücklich nach dem Abpfiff bei Sky.
Essen lässt Chancen aus
Die im Abschluss erschreckend schwachen Gäste aus dem Ruhrgebiet verspielten ihr knappes 1:0 aus dem Hinspiel und verpassten die Rückkehr nach 19 Jahren in die Zweitklassigkeit. Der Video-Referee nahm in der 68. Minute ein vermeintliches Tor von Jaka Cuber Potocnik wegen Abseits zurück. Nach einem Pfostentreffer scheiterte dann auch noch Torben Müsel per Kopf (81.) vor dem leeren Tor.
„Wenn du dann so nah dran bist, tut es natürlich weh“, fasste Essens Trainer Uwe Koschinat zusammen. „Es war ein großer Kampf. Wir haben alles auf dem Platz gelassen.“ Es sei sehr ärgerlich, „herausragende“ Möglichkeiten ausgelassen zu haben.
Die Fürther wurden vor 16.126 Zuschauern zunächst von ihrem Torwart Silas Prüfrock im Spiel gehalten. Dann machten Futkeu (29. Minute) und Hrgota (47.) den Kleeblatt-Fans mit ihren Toren Abschiedsgeschenke: Die beiden Angreifer verlassen die Franken in diesem Sommer als Relegationshelden.
Futkeu - wer sonst!?
Futkeu hatte sich im Hinspiel aufgerieben. Auch aus Sorge um eine Gelbsperre kam der 23 Jahre alte Angreifer, der sich mit 19 Treffern zum Zweitligatorschützenkönig gekürt hatte, gegen die Essener so gut wie gar nicht zum Zug. Diesmal zeigte er wieder seine Klasse.
Kapitän Branimir Hrgota trifft unwiderstehlich.Daniel Karmann/dpa
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Futkeu, der nach zwei Jahren die Fürther in Richtung Eintracht Frankfurt verlässt, traf wie ein echter Goalgetter aus kurzer Distanz. Die Vorarbeit verdeutlichte die Willensstärke der Franken. Kapitän Branimir Hrgota, der als Rekordtorschütze des Vereins nach sieben Jahren eine neue Herausforderung sucht, rackerte sich über die rechte Seite in den Strafraum. Felix Klaus stocherte dessen Vorarbeit gerade noch so zu Futkeu. Die Fürther Fans tickten für einen Moment aus.
„Die Mannschaft hat mehrfach in der Saison Charakter bewiesen und das wird sie auch heute tun“, hatte sich der Fürther Geschäftsführer Holger Schwiewagner vor dem Nervenspiel bei Sky zuversichtlich geäußert.
Sein Team, das sich erst am letzten Spieltag in die Relegation gerettet hatte, hatte zunächst zwar mehr Ballbesitz. Doch die dicken Chancen zur Führung besaßen die Essener. Gianluca Swajkowski tauchte in der zehnten Minute allein vor Kleeblatt-Keeper Prüfrock auf. Doch der 21 Jahre alte Schlussmann wehrte den scharfen Schuss aus elf Metern noch stark ab.
Immer wieder Prüfrock
Nur drei Minuten danach lenkte Prüfrock einen mittigen Volleyschuss von Müsel, der im Hinspiel mit einem Traumfreistoß für das Siegtor gesorgt hatte, über die Latte. Fürth durfte sich bei seinem Torwart bedanken.
Allmählich kamen aber die Hausherren ins Rollen. Eine Flanke von Jannik Dehm (19.) von der rechten Seite senkte sich schlagartig und klatschte auf die Latte. Glück für Essen und Torwart Jakob Golz. Die Gäste aus dem Ruhrgebiet bekamen nun immer mehr Probleme mit der fränkischen Offensivwucht um Futkeu, Hrgota, Klaus und Sayfallah Ltaief, der anfangs auf der linken Seite nicht zu kontrollieren war.
Fürther Fans erlauben sich einen Witz auf Kosten der Gäste.Daniel Karmann/dpa
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Während nach dem Seitenwechsel Pyrotechnik aus dem Essener Fanblock flog, sorgte der nächste scheidende Fürther Stürmer für Jubel bei seinen Fans. Hrgota legte sich den Ball im Sechzehnereck auf den starken linken Fuß zurecht und schlenzte ihn unwiderstehlich ins Tor.
Die Essener hatten dennoch weiter ihre Gelegenheiten. Abschlüsse wie von Michael Kostka (50.) waren aber viel zu schwach. Auf der Gegenseite rettete Golz gegen den dauergefährlichen Futkeu (56.). Die Fürther Defensive war nicht immer sicher - sie hielt dem Schlussdruck aber stand.