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Betroffene kämpfen bis heute mit Folgen des Anschlags

Sie erleben Flashbacks, Panik, Herzrasen. Betroffene des Magdeburger Anschlags kämpfen noch immer mit den Folgen. Die ersten Gutachten sind nun vorgestellt worden.

Von dpa

13.04.2026

Der Prozess gegen den Todesfahrer vom Magdeburger Weihnachtsmarkt wird unter hohen Sicherheitsvorkehrungen geführt. (Archivbild)Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Der Prozess gegen den Todesfahrer vom Magdeburger Weihnachtsmarkt wird unter hohen Sicherheitsvorkehrungen geführt. (Archivbild)Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

© Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Nicht unmittelbar körperlich verletzte Betroffene des Anschlags auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt leiden teils bis heute unter den Folgen. Ein psychiatrischer Sachverständiger erstattete dem Landgericht Magdeburg dazu erste Gutachten. Er stellte Posttraumatische Belastungsstörungen fest, die sich auch körperlich bemerkbar machten, etwa mit Herzrasen, Schlaf- und Einschlafstörungen, erhöhter Schreckhaftigkeit. Diese reichten weit über die emotionalen Reaktionen wie Herzklopfen, Angst und Zittern unmittelbar nach dem Ereignis hinaus.

Eine junge Ingenieurin etwa leide bis heute unter hoher Geräuschempfindlichkeit, reagiere panisch, könne nicht allein schlafen und habe ein großes Kontrollbedürfnis. Eine andere Betroffene habe ein ausgeprägtes Vermeidungsverhalten, gehe nicht an öffentliche Plätze, was ihre Tätigkeit an einer Förderschule einschränke. Im Alltag leide sie unter Panikreaktionen getriggert durch Geräusche. Schwitzen und Herzrasen gehörten dazu. Eine weitere Frau leide unter Ängsten und Schlafstörungen, zudem sei sie sehr belastet, weil ihr Mann seit dem Anschlag pflegebedürftig ist.

In den vergangenen Wochen hatte das Gericht eine Reihe von Betroffenen gehört, die bei dem Anschlag nicht körperlich verletzt wurden, aber unter den Folgen leiden. Das Landgericht geht mit Hilfe der Gutachter der Frage nach, inwieweit die psychischen Folgen körperliche Auswirkungen hatten und das juristisch als Körperverletzung zu werten ist. 

In der Folge des Anschlags vom 20. Dezember 2024 starben fünf Frauen und ein neunjähriger Junge. Mehr als 300 Menschen wurden teils schwerst verletzt. Laut Anklage der Generalstaatsanwaltschaft Naumburg lenkte der damals 50 Jahre alte Taleb Al-Abdulmohsen einen mehr als zwei Tonnen schweren und 340 PS starken Wagen etwa 350 Meter weit über den Weihnachtsmarkt. Er soll mit bis zu 48 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen sein. Die Anklage wirft Taleb Al-Abdulmohsen unter anderem sechsfachen Mord und versuchten Mord in 338 Fällen vor.

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