dpa

Berlin und Brandenburg starten gemeinsamen Expo-Check

Expo 2035 in Berlin-Brandenburg? Nach längerem Hin und Her wollen beide Länder bei einer möglichen Bewerbung nun im Gleichschritt gehen. Was sich der Regierende Bürgermeister Wegner davon erhofft.

Von dpa

06.06.2026

Die Regierungschefs Kai Wegner (CDU/li.) und Dietmar Woidke (SPD/re.) haben ein Verfahren zu einer möglichen Expo-Bewerbung Berlins und Brandenburgs verabredet. (Archivbild)Christoph Soeder/dpa

Die Regierungschefs Kai Wegner (CDU/li.) und Dietmar Woidke (SPD/re.) haben ein Verfahren zu einer möglichen Expo-Bewerbung Berlins und Brandenburgs verabredet. (Archivbild)Christoph Soeder/dpa

© Christoph Soeder/dpa

Berlin und Brandenburg wollen mit Blick auf eine mögliche Expo-Bewerbung jetzt gemeinsam vorgehen. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) verabredete nach eigenen Angaben mit Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) einen „Prüf- und Arbeitsprozess“. Ziel sei, systematisch Voraussetzungen, Chancen, Risiken und Erfolgsaussichten einer Bewerbung um die Weltausstellung Expo im Jahr 2035 zu untersuchen. Bis spätestens Oktober solle eine gemeinsame Entscheidungsgrundlage für beide Länder vorliegen. 

Wegner bildet den neuen Sachstand in einem Brief an Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) und Finanzsenator Stefan Evers (CDU) ab, welcher der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und über den zunächst der „Tagesspiegel“ berichtete. Darin bittet der Berliner Regierungschef beide um „zeitnahe Kontaktaufnahme zu den brandenburgischen Kolleginnen und Kollegen, um die notwendigen nächsten Schritte und Arbeitsformate abzustimmen“.

Wegner sieht positive Expo-Effekte

Eine Expo-Bewerbung könnte nach Meinung Wegners weit über ein zeitlich begrenztes Großereignis hinausreichen. „Sie hätte das Potenzial, Impulse für nachhaltige Infrastrukturentwicklungen, wirtschaftliche Dynamik, internationale Sichtbarkeit sowie den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Metropolregion Berlin-Brandenburg zu setzen“, schreibt er. 

Natürlich könne eine Entscheidung über eine Bewerbung der Hauptstadtregion nur auf Grundlage belastbarer konzeptioneller, finanzieller, infrastruktureller und organisatorischer Bewertungen getroffen werden. Er sei dankbar für das Engagement der Berliner Wirtschaft, die den Impuls für eine Expo 2035 in die breite Öffentlichkeit getragen habe, so Wegner. 

„Jetzt geht es darum, unter Einbeziehung dieser fachlichen Expertise und der geleisteten Vorarbeiten, ein gemeinsames Konzept mit Brandenburg zu diskutieren.“

Längere Debatte 

In Berlin wird schon länger über eine Expo-Bewerbung geredet. Inzwischen ist allen Beteiligten klar, dass - wenn überhaupt - nur ein gemeinsamer Aufschlag der Länder Berlin und Brandenburg infrage kommt. Als Hauptstandort einer möglichen Expo sind Flächen nahe dem Flughafen BER im Gespräch, die überwiegend in Brandenburg liegen. 

Zuletzt hatte die Berliner SPD als Expo-Befürworter Druck auf ihren Koalitionspartner CDU und Wegner gemacht und einen außerplanmäßigen Koalitionsausschuss einberufen. Dieser tagte nach dpa-Informationen noch nicht, am vergangenen Donnerstag gab es aber ein - wie es hieß - vorbereitendes Gespräch der Koalitionsspitzen, bei dem es um ein geordnetes Verfahren in Sachen Expo ging. 

„Beharrlichkeit zahlt sich aus“, sagte Berlins SPD-Chef und Spitzenkandidat für die Abgeordnetenhauswahl am 20. September, Steffen Krach, der dpa. „Das hat zwar etwas von betreutem Regieren, aber Hauptsache, Kai Wegner bewegt sich. Wir kriegen endlich einen strukturierten Prozess.“ Die Bewerbung um die Expo werde nun von Wirtschaftssenatorin Giffey ernsthaft vorbereitet. „Gut für Berlin und die Metropolregion“, so Krach.

Karte