Handball

Keine Sperre für Kapitän - Gislason schimpft über Rote Karte

Nach einem Foulspiel wird Kreisläufer Johannes Golla vom Parkett geschickt. Bundestrainer Alfred Gislason kritisiert die Entscheidung, die aber keine EM-Folgen für das DHB-Team hat.

Von dpa

22.01.2026

Johannes Golla kann trotz seiner Roten Karte im nächsten EM-Spiel gegen Norwegen mitwirken.Sina Schuldt/dpa

Johannes Golla kann trotz seiner Roten Karte im nächsten EM-Spiel gegen Norwegen mitwirken.Sina Schuldt/dpa

© Sina Schuldt/dpa

Deutschlands Handballer müssen im wichtigen zweiten EM-Hauptrundenspiel gegen Norwegen nicht auf Kapitän Johannes Golla verzichten. Der Kreisläufer muss nach seiner Roten Karte aus dem Spiel gegen Portugal keine weiteren Sanktionen befürchten, teilte die Europäische Handball-Föderation am Abend mit. 

Golla könne im Duell des Olympia-Zweiten gegen Norwegen am Samstag (20.30 Uhr/ZDF/Dyn) mitwirken, hieß es weiter. Bundestrainer Alfred Gislason hatte nach dem 32:30-Sieg der DHB-Auswahl gegen Portugal zum Auftakt der Hauptrunde zu einer möglichen Sperre für Golla erklärt: „Das wäre sehr bitter für uns, ihn im nächsten Spiel zu verlieren.“

Gislason: Maximal eine Zwei-Minuten-Strafe

In der Schlussphase gegen Portugal war ein Foulspiel des deutschen Führungsspielers an Francisco Costa geahndet worden. Die Schiedsrichter entschieden sich nach Ansicht der Videobilder für den Platzverweis. Aus Sicht von Gislason traf Golla seinen Gegenspieler aber nicht im Gesicht, sondern an der Brust. „Wenn das eine Rote Karte ist, dann verstehe ich das nicht so richtig. Man kann maximal eine Zwei-Minuten-Strafe geben“, sagte der 66 Jahre alte Isländer.

Golla selbst sprach von einer unglücklichen Situation. „Ich habe keinen Einfluss darauf. Ich kann nur sagen, dass es keine Absicht war. Ich treffe ihn auch nicht beim ersten Kontakt, sondern beim zweiten. Das ist eine Situation, die so vorkommt. Warten wir ab, was passiert“, sagte der 28-Jährige. Drei Stunden später konnte der DHB-Kapitän aufatmen. 

Kretzschmar: Rote Karte kannst du nicht leugnen

Teamkollege Miro Schluroff, der mit sieben Toren bester deutscher Werfer war, meinte: „Wenn dadurch jetzt eine Sperre zustande kommt, dann muss ich schon sagen, wäre das ein ganz schönes Ding“.

Etwas anders bewertete Handball-Ikone Stefan Kretzschmar die Entscheidung der Unparteiischen. „Die Rote Karte kannst du nicht leugnen“, urteilte der Dyn-Experte. Am Ende waren alle Befürchtungen aber unbegründet.

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