Verband: Auch in Brandenburg Kartoffel-Überschuss verteilen
Landwirte werden Kartoffeln nicht los. In Berlin sollen daher bald 4 Millionen Kilo verteilt werden. Die Volkssolidarität in Brandenburg fordert: Überschüsse sollen an Tafeln und Suppenküchen gehen.
Wohin mit den Kartoffeln? Es gibt ein Überangebot, Bauern bleiben auf Knollen sitzen. (Symbolbild)Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
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Nach einem Vorstoß in Berlin zum kostenlosen Verteilen von Kartoffeln hält es der Sozialverband Volkssolidarität auch in Brandenburg für sinnvoll, Ernte-Überschüsse an soziale Einrichtungen, Kitas und Schulen abzugeben. „Kartoffeln gehören auf den Teller - nicht in die Biogasanlage“, sagte die Vorstandsvorsitzende des Landesverbandes, Katharina Slanina, in einer Mitteilung.
Es gibt am Markt eine Überproduktion an Kartoffeln, die Preise sind gefallen. So liegen derzeit 4.000 Tonnen Kartoffeln in einem Lager eines Agrarbetriebs südlich von Leipzig.
Die „Berliner Morgenpost“ organisierte gemeinsam mit der Internet-Suchmaschine Ecosia daher eine Aktion, um diese Kartoffeln vor dem Verderb zu retten und nun bald in der Hauptstadt zu verteilen. „Die Osterland Agrar GmbH hat sie angebaut, geerntet, eingelagert - doch der Markt will sie nicht. Zu viel Angebot, zu wenig Nachfrage“, heißt es auf der Internetseite der Initiatoren.
Verband: Kartoffeln dürfen nicht verheizt werden
Es sei nicht vermittelbar, dass genießbare Lebensmittel entsorgt oder verheizt würden, während immer mehr Menschen auf Unterstützung angewiesen seien, so der Landesverband Volkssolidarität in Brandenburg. Er spricht sich für ein landesweit koordiniertes Verteilkonzept aus, getragen von Politik, Landwirtschaft und sozialen Trägern. Auch Lebensmittel-Tafeln und Suppenküchen sollten überschüssige Ernteerträge erhalten.
Landesbauernverband skeptisch
Der Präsident des Landesbauernverbandes, Henrik Wendorff, sagte, ein solcher Vorstoß sei gut gemeint, könne aber nicht die Lösung sein. Die Landwirte müssten von ihren Produkten leben.
Wendorff sagte auch, die Kartoffel-Ernte sei nach knapperen Erträgen gut ausgefallen. Es herrsche eine „Kartoffelschwemme“, die der Markt aber nicht abnehme. Es gebe daher auch Fälle, in denen Kartoffeln in der Biogasanlage landeten.
Im Jahr 2025 wurden laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg 403.100 Tonnen Kartoffeln auf rund 11.400 Hektar in Brandenburg gerodet.