Wirtschaft

TKMS gibt Angebot für Kieler Nachbarwerft ab

Zwei Werften, eine Geschichte: Jetzt gibt TKMS ein Angebot für die frühere Schwesterwerft ab. Was steckt hinter dem überraschenden Vorstoß?

Von dpa

09.01.2026

TKMS hat Interesse an der Kieler Nachbarwerft German Nval Yards. (Archivbild)Christian Charisius/dpa

TKMS hat Interesse an der Kieler Nachbarwerft German Nval Yards. (Archivbild)Christian Charisius/dpa

© Christian Charisius/dpa

Deutschlands größter Marineschiffbauer TKMS bietet für seine Kieler Nachbarwerft German Naval Yards. Das Unternehmen gab ein unverbindliches Kaufangebot („non binding offer“) ab. Die Gespräche mit der Werft liefen ergebnisoffen weiter, sagte ein Unternehmenssprecher der Deutschen Presse-Agentur. Zahlen nannte er nicht. Zuvor hatte das Militärthemen-Portal „Hartpunkt“ darüber berichtet.

German Naval Yards gehört zur französischen Werftengruppe CMN Naval und baut große Marineschiffe wie Fregatten und Korvetten, aber auch hochseetaugliche Jachten. Am Kieler Standort waren zum Stand August 2025 rund 400 Beschäftigte tätig. Die beiden Marinewerften teilen sich in Kiel eine Fläche und gehörten lange Zeit zusammen. Sie sind aus der früheren Traditionswerft HDW (Howaldtswerke-Deutsche Werft AG) hervorgegangen, deren Ursprünge bis 1838 zurückreichen. Der ehemalige HDW-Überwasser-Schiffbau wurde ausgegliedert und firmiert unter German Naval Yards.

Volle Auftragsbücher

TKMS hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024/25 wichtige Kennzahlen gesteigert. Der Auftragsbestand lag bei 18,2 Milliarden Euro, das waren 55 Prozent mehr als ein Jahr zuvor (11,6 Milliarden Euro). Im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr war der Umsatz um 9,3 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,0 Milliarden Euro) gestiegen. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 108 Millionen Euro. Der Auftragseingang lag bei 8,8 Milliarden Euro.

Vor allem die Nachbestellung von vier U-Booten im Rahmen des deutsch-norwegischen 212CD-Programms, der Auftrag für den Bau des Forschungseisbrechers „Polarstern“, ein Großauftrag für die Modernisierung von sechs 212A-U-Booten der deutschen Marine und einen Exportauftrag über zwei weitere 218SG-U-Boote nach Asien sorgen für volle Bücher.

Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben mehr als 9.100 Beschäftigte, darunter rund 3.300 in Kiel. Weitere Standorte sind Wismar und Itajaí in Brasilien. Mehrheitsaktionär ist Thyssenkrupp.

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