Nvidia überholt Apple als teuerster Konzern - SAP fällt ab
Tech-Konzerne aus den USA dominieren die wertvollsten Börsenunternehmen der Welt. Aus Deutschland schaffen es nur wenige Firmen in die Top 100. Auch die Krise einer Schlüsselindustrie wirkt sich aus.
Jensen Huang, Chef von Nvidia: Der Chiphersteller profitiert vom Boom um KI. (Archivbild)John Locher/AP/dpa
© John Locher/AP/dpa
Der Boom um Künstliche Intelligenz beflügelt US-Techkonzerne und sorgt für eine Ablösung bei den wertvollsten Börsenunternehmen der Welt. Zum Ende des vergangenen Jahres lag der Chiphersteller Nvidia mit einem Börsenwert von gut 4,5 Billionen Dollar vor dem iPhone-Konzern und langjährigen Spitzenreiter Apple, der auf rund vier Billionen Dollar kam. Das zeigt eine Studie der Beratungsgesellschaft EY, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
Nvidia war demnach zum Stichtag 31.12.2025 alleine fast doppelt so viel wert wie alle 40 Unternehmen im deutschen Leitindex Dax zusammen, die auf 2,5 Billionen Dollar kamen. Chipsysteme von Nvidia sind zu einer Schlüsseltechnologie für Software mit KI geworden, der gehypte Konzern gilt als Gradmesser für den Zustand der KI-Branche.
Auch auf den folgenden Plätzen im Ranking stehen US-Techriesen: Platz drei belegt der Google-Mutterkonzern Alphabet mit knapp 3,8 Billionen Dollar Börsenwert, vor Microsoft und Amazon.
USA unangefochten, deutsche Firmen abgehängt
„Das Jahr 2025 stand an den Weltbörsen ganz im Zeichen der Künstlichen Intelligenz“, sagt Henrik Ahlers, Vorsitzender der EY-Geschäftsführung. „Die Euphorie rund um neue KI-Anwendungen und -Geschäftsmodelle hat weltweit für kräftige Kursgewinne gesorgt. Doch die Profiteure sitzen vor allem in den USA und Asien.“
Vor allem US-Unternehmen dominieren weiter die Börsen. Von den 100 wertvollsten Unternehmen der Welt sitzen laut EY 60 in den Vereinigten Staaten. Unter den Top-10 finden sich acht amerikanische Firmen: Nur der Ölkonzern Saudi Aramco auf Platz 8 und der taiwanesische Chiphersteller TSMC auf Rang 10 durchbrechen die Dominanz.
Frankfurter Börse: Verglichen mit den US-Techkonzernen sind deutsche Unternehmen Zwerge. (Archivbild)Boris Roessler/dpa
© Boris Roessler/dpa
Deutsche Unternehmen spielen kaum eine Rolle. Nur drei Unternehmen schaffen es in die Top 100: Der Softwarekonzern SAP liegt mit einem Börsenwert von 285 Milliarden Dollar auf Rang 45, fällt aber gemessen am Vorjahr (Rang 32) zurück. Siemens belegt mit 218 Milliarden Dollar Börsenwert Rang 73 und die Allianz mit 174 Milliarden Dollar Platz 98.
Auch die Schweiz stellt - wie Frankreich - drei Unternehmen in den Top 100: Roche, Novartis und Nestlé. Mit dem französisch-deutschen Flugzeugbauer Airbus ist ein weiterer Dax-Konzern auf Platz 89 vertreten.
„Europa spielt nur Nebenrolle im KI-Rennen“
Europa spiele im KI-Rennen an den Börsen nur eine Nebenrolle, erklärt EY-Manager Ahlers. Einmal mehr drohe der Anschluss bei einer Schlüsseltechnologie verloren zu gehen. Die Vorherrschaft der US-Techkonzerne sei auch geopolitisch bedenklich, denn der KI-Boom führe zu neuen Abhängigkeiten.
Im Börsenranking spiegelt sich auch der Umbruch der klassischen Industrien in Europa wider. Noch vor der Finanzkrise 2007 kamen 46 der 100 wertvollsten Unternehmen aus Europa, heute sind es nur 17.
Tesla weit vor Mercedes, BMW und VW
Sinnbildlich ist die Krise der Autobranche. Noch Ende 2023 waren laut Studie alle deutschen Autokonzerne unter den 300 teuersten Unternehmen der Welt, nun ist dort keiner mehr vertreten.
Der wertvollste Autohersteller der Welt war zu Jahresende Tesla auf Rang neun mit einem Börsenwert von 1,5 Billionen Dollar. Mercedes-Benz, BMW und VW kommen zusammen auf 197 Milliarden Dollar und belegen Platz 327, 329 und 364.
Immerhin: Besonders für zwei deutsche Unternehmen ging es 2025 deutlich nach oben. Der Rüstungskonzern Rheinmetall verdreifachte seinen Börsenwert auf 84 Milliarden Dollar und liegt auf Platz 252, Siemens Energy sprang hoch auf Rang 167.
SAP-Chef Christian Klein leitet das mit Abstand teuerste deutsche Börsenunternehmen. (Archivbild)Uwe Anspach/dpa
© Uwe Anspach/dpa
Der iPhone-Konzern kommt auf eine Bewertung von mehr als vier Billionen Dollar (Archivbild)Andrej Sokolow/dpa
© Andrej Sokolow/dpa