Weniger Unterrichtsausfall an NRW-Schulen im ersten Halbjahr
Über Ausfall von Unterricht ärgern sich weniger die Schüler als die Eltern. Warum dennoch ein Teil der ausgefallenen Stunden als akzeptiert gilt, erläutert das Schulministerium.
In NRW wird mit der Unterrichtsstatistik gemessen, wie viele Stunden an den öffentlichen Schulen jedes Halbjahr ausfallen (Symbolbild)Caroline SeidSeidel-Dißmannel/dpa
© Caroline SeidSeidel-Dißmannel/dpa
Im ersten Halbjahr 2025/26 sind an den öffentlichen Schulen in Nordrhein-Westfalen 4,4 Prozent der Unterrichtsstunden ersatzlos ausgefallen. Das war minimal weniger Ausfall als im Halbjahr davor, als 4,5 Prozent der Stunden ausfielen, wie das Schulministerium mitteilte. Insgesamt wurde laut Unterrichtsstatistik rund 94 Prozent des vorgesehenen Unterrichts im Halbjahr 2025/26 erteilt.
Etwa 10,5 Prozent des Unterrichts fand davon in Vertretung statt, der größte Teil in unveränderten Lerngruppen (8 Prozent) und der Rest in veränderten Lerngruppen oder im Distanzunterricht. Auf eigenverantwortliches Arbeiten, das in der gymnasialen Oberstufe genutzt wird, entfielen 1,5 Prozent des Gesamtunterrichts.
Streng nach Stundenplan wurden 77,8 Prozent des Unterrichts erteilt. Das war weniger als im Halbjahr 2024/25 mit 78,3 Prozent. Zum planmäßigen Unterricht zählen auch Schulfahrten, Exkursionen, Projekttage, Praktika, Wettbewerbe sowie Schul- und Sportfeste. Dieser sogenannte Unterricht in besonderer Form sei ein wichtiger Bestandteil des Schullebens und machte im abgelaufenen Halbjahr 5,7 Prozent aus, so das Schulministerium.
Zum Unterrichtsausfall zählen auch Zeugnistage
Ersatzloser Unterrichtsausfall könne auch organisatorische Gründe haben und sei nicht immer auf Personalengpässe zurückzuführen, erläuterte das Ministerium. Auch Konferenzen, Dienstbesprechungen oder verkürzter Unterricht an Zeugnis- oder Einschulungstagen zählten dazu. Dieser weithin akzeptierte Unterrichtsausfall bewege sich in einer Größenordnung von etwa 2,5 bis 3,0 Prozent.
Die genauen Gründe für den Unterrichtsausfall werden noch mit einer Detailerhebung dokumentiert. Die Ergebnisse werden dann mit der Gesamtstatistik für das Schuljahr 2025/26 im 4. Quartal vorgelegt.
Hohe Rückmeldequote
Erfasst wird in der Unterrichtsstatistik der erteilte sowie der ersatzlos ausgefallene Unterricht an allen öffentlichen Gymnasien, Grund-, Haupt-, Real-, Gesamt-, Sekundar- und Primus-Schulen sowie an Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen und Entwicklung. Die Rückmeldequote lag laut Ministerium schulformübergreifend erneut bei 100 Prozent.
Schulministerin Dorothee Feller (CDU) verwies darauf, dass inzwischen über 11.000 Menschen mehr an den NRW-Schulen arbeiteten als noch bei Regierungsantritt von CDU und Grünen 2022. Dazu zählten auch mehr als 2.100 Alltagshelferinnen und -helfer, die Lehrkräfte unterstützen. „Die Zahlen zeigen, wir sind auf dem richtigen Weg, unsere Maßnahmen wirken.“