Politik Inland

Trump nach Papst-Kritik: Iran tötete 42.000 Demonstranten

Seit Papst Leo XIV. am Samstag ein Ende aller Kriege in der Welt forderte und damit auch den Iran-Krieg meinte, herrscht Aufruhr im Weißen Haus. Trump erinnert nun an die Toten der Proteste im Iran.

Von dpa

15.04.2026

Die Ermahnungen von Papst Leo XIV. zu Frieden in der Welt haben den US-Präsidenten Donald Trump tief erzürnt. (Archivbild)Alex Brandon/AP/dpa

Die Ermahnungen von Papst Leo XIV. zu Frieden in der Welt haben den US-Präsidenten Donald Trump tief erzürnt. (Archivbild)Alex Brandon/AP/dpa

© Alex Brandon/AP/dpa

Im Streit mit Papst Leo XIV. um dessen Appell für ein Ende der verschiedenen Kriege auf der Welt hat US-Präsident Donald Trump noch einmal nachgelegt. „Kann bitte jemand Papst Leo sagen, dass der Iran in den letzten zwei Monaten mindestens 42.000 unschuldige, völlig unbewaffnete Demonstranten getötet hat?“, schrieb Trump am späten Dienstagabend (Ortszeit) auf seiner Plattform Truth Social. Es sei „absolut inakzeptabel“, dass der Iran über eine Atombombe verfüge. 

Die USA und Israel hatten Ende Februar einen Krieg gegen den Iran begonnen, unter anderem mit dem Ziel, das Atomprogramm Teherans und damit auch die Fähigkeit zum Bau von Atomwaffen zu verhindern. Derzeit gilt eine zweiwöchige Waffenruhe. 

Ende Dezember hatten Protesten begonnen, die zunächst durch eine Wirtschaftskrise ausgelöst worden waren. Rasch entwickelten sich die Demonstrationen jedoch zu politischen Aufständen gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Der Sicherheitsapparat ging brutal gegen die Proteste vor. 

Papst Leo XIV. hatte am Samstag in Rom bei einem Friedensgebet im Petersdom mit eindringlichen Worten ein Ende von Kriegen gefordert. Zuletzt hatten sich die Friedensappelle des sonst zurückhaltenden Papstes vor allem mit Blick auf den Iran-Krieg verschärft. Die harschen Drohungen Trumps gegen den Iran verurteilte Leo - der erste Papst aus den USA - ungewöhnlich scharf und nannte sie „wirklich inakzeptabel“. Seitdem hört die Papst-Kritik von Trump und seinem Vize JD Vance nicht auf.

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