Politik Inland

Schulkrawalle in Frankreich weiten sich aus – 625 Festnahmen

Brandstiftungen, verletzte Lehrkräfte und Schüler: Die Proteste an Frankreichs Schulen eskalieren. Wie reagiert Präsident Macron?

Von dpa

30.09.2026

Bei den Protesten an französischen Gymnasien kam es zu zahlreichen Sachbeschädigungen und Festnahmen.Jean-Francois Badias/AP/dpa

Bei den Protesten an französischen Gymnasien kam es zu zahlreichen Sachbeschädigungen und Festnahmen.Jean-Francois Badias/AP/dpa

© Jean-Francois Badias/AP/dpa

Die Krawalle und Proteste an französischen Schulen haben an Umfang und Härte zugenommen und im Tagesverlauf zu 625 Festnahmen geführt. 83 Polizeibeamte sowie 32 Lehrkräfte und Schüler seien verletzt worden, sagte Innenminister Laurent Nuñez in Paris. 356 Schulen waren demnach von Protestaktionen betroffen. Dabei habe die Gewalt deutlich zugenommen und es sei zu Zerstörungen in Schulen und Brandstiftungen gekommen. Auch seien Autos von Lehrkräften in Brand gesetzt worden.

Die Proteste hatten bereits am Freitag an weiterführenden Schulen im Großraum Paris begonnen. Sie richten sich gegen fehlende Mittel, einen Mangel an Lehrkräften an den Schulen und heruntergekommene Gebäude. 

Auch der Einsatz der Polizei bei den Protesten an französischen Schulen steht in der Kritik, es war die Rede von Fällen von Polizeigewalt.Jean-Francois Badias/AP/dpa

Auch der Einsatz der Polizei bei den Protesten an französischen Schulen steht in der Kritik, es war die Rede von Fällen von Polizeigewalt.Jean-Francois Badias/AP/dpa

© Jean-Francois Badias/AP/dpa

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach von legitimen Sorgen der jungen Leute, die aber in keinem Fall Gewalt und Übergriffe auf Polizisten, Lehrkräfte und Medienvertreter rechtfertigten, die über die Proteste berichteten. Mit Blick auf mögliche Polizeigewalt im Umfeld der Proteste sagte Macron, die Beamten müssten sich an ihre beruflichen Pflichten halten und Verstöße müssten strafrechtlich verfolgt werden. „Aber ich denke, die Gewalt geht vor allem von denen aus, die Lehrer angerempelt und mit Füßen getreten haben.“

Karte
Das könnte Sie auch interessieren

Politik Inland

zur Merkliste

Linke-Politiker Koçak gibt Sitz im Innenausschuss ganz auf

Der Berliner Linke-Abgeordnete Ferat Koçak gibt nach Kritik an zu viel Nähe zu mutmaßlichen Angehörigen krimineller Clanstrukturen seinen Sitz im Innenausschuss des Bundestags ganz auf. „Ich möchte nicht, dass meine Kolleginnen und Kollegen und ihre wichtige parlamentarische Arbeit durch Angriffe auf meine Person zusätzlich belastet werden“, schrieb Koçak auf X. Er hatte seine Ausschusstätigkeit wegen der Vorwürfe zuvor bereits ruhen lassen.