Politik Inland

SPD will Ott zum Spitzenkandidaten küren

Jochen Ott soll die mit historisch schlechten Wahlergebnissen kämpfende NRW-SPD als Spitzenkandidat in die Landtagswahl 2027 führen. Ein Aufstellungsparteitag stellt die Weichen für den Wahlkampf.

Von dpa

12.06.2026

Mit Jochen Ott als Spitzenkandidat will die NRW-SPD wieder Wählerstimmen gewinnen. (Archivbild)Christoph Reichwein/dpa

Mit Jochen Ott als Spitzenkandidat will die NRW-SPD wieder Wählerstimmen gewinnen. (Archivbild)Christoph Reichwein/dpa

© Christoph Reichwein/dpa

Gut zehn Monate vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen will die SPD Landtagsfraktionschef Jochen Ott offiziell zu ihrem Spitzenkandidaten wählen. Bei einer Delegiertenkonferenz am Samstag (ab 10.00 Uhr) in Düsseldorf stellt die NRW-SPD ihre Landesliste mit Kandidaten und Kandidatinnen für die Wahl auf. Der 52-jährige Ott wird die Bewerberliste als Spitzenkandidat anführen. Im bevölkerungsreichsten Bundesland wird am 25. April 2027 ein neuer Landtag gewählt. 

Im Mittelpunkt des Aufstellungsparteitags steht nach Parteiangaben die Bewerbungsrede von Ott. Auch SPD-Bundesprominenz wird in Düsseldorf dabei sein, etwa die SPD-Bundesvorsitzende und Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas, die aus Duisburg kommt. 

Schwere Aufgabe für SPD

Die seit Jahren mit sinkenden Wahlergebnissen kämpfende NRW-SPD startet mit der Wahl ihres Spitzenkandidaten und der Aufstellung der Landesliste schon früh in den Wahlkampf. Ott ist zwar Oppositionsführer im Landtag, aber in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Bis zur Wahl soll der Bildungsexperte, der den seit 2022 regierenden Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (CDU) herausfordert, seinen Bekanntheitsgrad steigern.

Die Aussichten auf einen Wahlsieg der SPD in ihrem einstigen Stammland sind Umfragen zufolge allerdings aktuell äußerst gering. Bei der Landtagswahl 2022 war die SPD in NRW auf 26,7 Prozent abgesackt, während die CDU mit 35,7 Prozent klar siegte. Jüngsten Umfragen zufolge kommt die SPD nur noch auf 14 bis 18 Prozent, die CDU könnte mit 32 bis 34 Prozent rechnen.

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