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Mutmaßlicher IS-Terrorist bezichtigt sich weiterer Taten

Der mutmaßliche islamistische Attentäter von Bielefeld soll bereits in Syrien zwei Menschen getötet haben. Das hat er im Gefängnis einem Psychiater berichtet.

Von dpa

11.05.2026

Der Prozess findet im Hochsicherheitstrakt des Oberlandesgerichts Düsseldorf statt. (Archivbild)Federico Gambarini/dpa

Der Prozess findet im Hochsicherheitstrakt des Oberlandesgerichts Düsseldorf statt. (Archivbild)Federico Gambarini/dpa

© Federico Gambarini/dpa

Der mutmaßliche islamistische Attentäter von Bielefeld hat einem Gefängnispsychiater gestanden, in Syrien zwei Menschen umgebracht zu haben. Er habe im Auftrag des Islamischen Staats (IS) seinen Bruder töten müssen, gab der Psychiater als Zeuge im Düsseldorfer Oberlandesgericht die Äußerung des Angeklagten wieder.

Der Bruder sei 2015 verhaftet worden, weil er anderen zur Flucht verholfen haben soll, und der IS habe ihn, damals selbst Mitglied der Terrormiliz, zum Vollstrecker der Todesstrafe bestimmt. 

Zudem habe er ihm erzählt, dass er 2010 an einem See in Syrien einen Mann mit einem Stein erschlagen habe, der sich an seinen Sachen zu schaffen gemacht hatte, als er im See schwamm. Er habe die Leiche in den See geworfen und sei nie deswegen unter Verdacht geraten.

„Ich bin ein Mörder“, habe er ihm gesagt und ihm seine Suizidgedanken und einen Suizidversuch offenbart. Beide geschilderte Verbrechen sind in der Anklage gegen den 36-jährigen Syrer nicht enthalten und waren erst kurz vor Prozessbeginn in der Untersuchungshaft zur Sprache gekommen. 

Der Angeklagte habe durchgehend depressiv auf ihn gewirkt, sagte der Facharzt. Dabei habe er ihm auch erzählt, als Kind von einem Cousin und einer Pflegemutter sexuell missbraucht worden zu sein. Er habe aus therapeutischen Gründen nicht genauer nachgefragt. Ob es sich um authentische Berichte oder Lügengeschichten handelt, könne er nicht sagen. 

Zettel mit Bekenntnis zum Islamischen Staat

Auf einem Zettel, der bei dem Angeklagten nach der Tat gefunden wurde, habe sich ein Bekenntnis zum IS befunden, sagte der Islamwissenschaftler Guido Steinberg. Es handele sich um den Text, der auf der IS-Flagge stehe. 

Der Angeklagte hatte den Terroranschlag auf feiernde Fußballfans in Bielefeld ebenfalls einem Psychiater gestanden. Die Bundesanwaltschaft hat den mutmaßlichen Attentäter Mahmoud M. wegen vierfachen versuchten Mordes angeklagt. 

Sie hält den 36-Jährigen für einen IS-Terroristen und den Angriff für einen islamistisch motivierten Terroranschlag. Mahmoud M. sei in Syrien ideologisch und militärisch geschult worden, habe dort bis zu einer Verletzung für den Islamischen Staat an Kampfeinsätzen teilgenommen. 

Der Angeklagte hatte bestritten, für den IS als Kämpfer aktiv gewesen zu sein. Er habe lediglich als Immobilienvermittler für die Terrormiliz gearbeitet. 

Mit dem Ausruf „Allahu akbar“ zugestochen 

Vier Menschen waren bei dem Angriff mit einem präparierten Gehstock, an den ein Messer mit 18 Zentimeter langer Klinge geklebt war, lebensgefährlich verletzt worden. 

Der zur Tatzeit 35-Jährige soll sie am frühen Morgen des 18. Mai 2025 vor einer Bielefelder Bar mit dem Ausruf „Allahu akbar“ angegriffen haben. Nach der Tat konnte der Angreifer flüchten. Einen Tag später, am Abend des 19. Mai, wurde er in Heiligenhaus bei Düsseldorf festgenommen.

Hat die Tat einem Psychiater gestanden: der Angeklagte. (Archivbild)Federico Gambarini/dpa

Hat die Tat einem Psychiater gestanden: der Angeklagte. (Archivbild)Federico Gambarini/dpa

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Einen Tag nach der Tat war der Verdächtige festgenommen worden. (Archivbild)Tim Oelbermann/dpa

Einen Tag nach der Tat war der Verdächtige festgenommen worden. (Archivbild)Tim Oelbermann/dpa

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Fünf Fans von Arminia Bielefeld waren bei der Tat angegriffen worden. (Archivbild)Friso Gentsch/dpa

Fünf Fans von Arminia Bielefeld waren bei der Tat angegriffen worden. (Archivbild)Friso Gentsch/dpa

© Friso Gentsch/dpa

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