Politik Inland

Mutmaßliche IS-Rückkehrerin in Düsseldorf angeklagt

Drei Ehen mit IS-Männern, zwei Jahre im berüchtigten Lager al-Hol in Syrien und schließlich zurück nach Deutschland. Was die Bundesanwaltschaft einer Deutsch-Marokkanerin zur Last legt.

Von dpa

10.02.2026

Die Beschuldigte war bis 2021 in dem Lager Al-Hol untergebracht. (Symbolbild)Bernat Armangue/AP/dpa

Die Beschuldigte war bis 2021 in dem Lager Al-Hol untergebracht. (Symbolbild)Bernat Armangue/AP/dpa

© Bernat Armangue/AP/dpa

Die Bundesanwaltschaft hat in Düsseldorf Anklage gegen ein mutmaßliches Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erhoben. Die Deutsch-Marokkanerin soll Anfang 2015 mit ihrem Ehemann nach Syrien gereist sein und sich dort der Vereinigung angeschlossen haben.

„Nachdem ihr Mann bei Kämpfen ums Leben gekommen war, heiratete sie nacheinander zwei weitere IS-Mitglieder“, teilte die Bundesanwaltschaft weiter mit. Die oberste deutsche Anklagebehörde legt ihr die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung zur Last.

Syrisches Lager für IS-Angehörige

Nachdem kurdische Kräfte sie im März 2019 aufgegriffen hatten, war die Beschuldigte den Angaben zufolge bis 2021 in dem berüchtigten Lager al-Hol im Nordosten Syriens untergebracht. In dem Lager wurden Tausende Angehörige von IS-Kämpfern festgehalten - vor allem Frauen, Kinder und Jugendliche. Im Januar erklärten die von Kurdenmilizen angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) ihren Abzug aus dem Lager.

Die Angeklagte war laut Bundesanwaltschaft schon im Dezember 2022 nach Deutschland zurückgekehrt und befindet sich weiter auf freiem Fuß. Nun muss der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf entscheiden, ob er die Anklage zulässt und wann er gegebenenfalls einen Prozess ansetzt.

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