Politik Inland

Iran: Von der Leyen will weitere EU-Sanktionen vorschlagen

Mit Blick auf die brutale Gewalt bei Protesten wird in der EU die Diskussion um die Terror-Listung von Irans Revolutionsgarden befeuert. In der EU dürfte die Gewalt zunächst aber andere Folgen haben.

Von dpa

13.01.2026

Gegen die iranischen Revolutionsgarden gibt es in der EU bereits EU-Sanktionen.Boris Roessler/dpa

Gegen die iranischen Revolutionsgarden gibt es in der EU bereits EU-Sanktionen.Boris Roessler/dpa

© Boris Roessler/dpa

Angesichts der Lage im Iran plant die EU weitere Maßnahmen gegen die „für die Unterdrückung Verantwortlichen“. In enger Zusammenarbeit mit der Außenbeauftragten der EU, Kaja Kallas, würden rasch weitere Sanktionen vorgeschlagen werden, schrieb EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf sozialen Netzwerken. „Wir stehen an der Seite der Menschen im Iran, die mutig für ihre Freiheit demonstrieren.“

Weiter schrieb die Deutsche, die steigende Zahl der Opfer im Iran sei erschreckend. „Ich verurteile den exzessiven Einsatz von Gewalt und die anhaltende Einschränkung der Freiheit auf das Schärfste.“ 

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dürfte es zunächst vor allem um Strafmaßnahmen gegen Verantwortliche für die Gewalt gegen Demonstranten gehen - möglicherweise auch gegen Minister. Gegen sie könnten EU-Einreiseverbote und Vermögenssperren erlassen werden.

EU-Sanktionen gegen Revolutionsgarden schon in Kraft

Gegen die iranischen Revolutionsgarden gibt es in der EU bereits Sanktionen - unter anderem um die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen zu verhindern. So gilt schon seit langem, dass alle ihre in der EU vorhandenen Vermögenswerte eingefroren werden müssen und den Garden keine wirtschaftlichen Ressourcen bereitgestellt werden dürfen.

Diskutiert wird in der EU zusätzlich seit Jahren auch über eine mögliche Einstufung der iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation, Deutschland setzt sich dafür ein. Bis zuletzt hatten allerdings mehrere Mitgliedstaaten Bedenken und da die Entscheidung einstimmig getroffen werden muss, war kein entsprechender Beschluss möglich. Angesichts der erneuten brutalen Niederschlagung von Protesten im Iran steigt nun allerdings der Druck auf die Skeptiker. 

Den Revolutionsgarden wird eine Schlüsselrolle bei der Niederschlagung von Protesten zugeschrieben, weil sie als Elitestreitkräfte auch für die Verhinderung von Putschversuchen zuständig sind. Weil es bereits Sanktionen gegen die Garden gibt, sei die Terror-Listung vor allem ein symbolischer Schritt, sagte ein Sprecher der EU-Kommission am Montag.

Karte
Das könnte Sie auch interessieren
Ausgelöst durch eine schwere Wirtschaftskrise demonstrieren seit mehr als zwei Wochen Iranerinnen und Iraner landesweit gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Uncredited/UGC/AP/dpa
Update -

Politik Inland

zur Merkliste

Auswärtiges Amt bestellt Irans Botschafter ein

Nach den schweren Unruhen im Iran hat das Auswärtige Amt den Botschafter einbestellt. Hintergrund sind zahlreiche Tote und Festnahmen bei den Protesten.

Die bisherige Erbschaftsteuer hat umfassende Ausnahmen. (Symbolbild)Hans-Jürgen Wiedl/dpa-Zentralbild/dpa
Update -

Politik Inland

zur Merkliste

Was die SPD bei der Erbschaftsteuer plant

Die SPD hält die Erbschaftsteuer für ungerecht – denn die Reichsten zahlen wenig. Doch manche sehen ihr Konzept als Bedrohung. Was würde eine SPD-Reform bedeuten – etwa fürs Erben des Elternhauses?