Russische Angriffe auf Kiew - berühmtes Höhlenkloster brennt
Die russische Armee feuerte wieder Raketen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew. Auch ein zum Weltkulturerbe zählendes Hauptheiligtum der ukrainischen und russischen orthodoxen Kirchen wird beschädigt.
Infolge russischen Raketenbeschusses ist die Mariä-Entschlafens-Kathedrale des Unesco geschützten Höhlenklosters in der ukrainischen Hauptstadt in Kiew in Brand geraten. (Archivbild)Sergei Chuzavkov/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa
© Sergei Chuzavkov/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa
Infolge eines russischen Raketenangriffs auf die ukrainische Hauptstadt Kiew ist die Hauptkirche des zum Weltkulturerbe zählenden Höhlenklosters in Brand geraten. „Nach operativen Informationen gibt es ernsthafte Schäden auf dem Gelände des Höhlenklosters“, schrieb der Militärgouverneur der Dreimillionenstadt, Tymur Tkatschenko, bei Telegram. In sozialen Netzwerken kursierende Bilder zeigten Flammen im Dachbereich der Mariä-Entschlafens-Kathedrale mit ihren vergoldeten Kuppeln. Sie liegt auf dem Klostergelände, das zum ukrainischen Staatseigentum gehört.
Right now, as Russians continue to strike #Kyiv with over a dozen of ballistic missiles, the Dormition Cathedral of Kyiv‑Pechersk Lavra — a UNESCO World Heritage site and priceless cultural landmark — has been struck and is burning.
— Yulia Svyrydenko (@Svyrydenko_Y) June 14, 2026
A brutal assault on our people and our… pic.twitter.com/JfG2IjUWOD
Die russische Armee griff Kiew in der Nacht zum Montag mit Raketen an. In der Innenstadt waren zunächst knapp zwei Dutzend Explosionen mutmaßlich von der Flugabwehr zu hören, wie ein Korrespondent der Deutschen Presse-Agentur berichtete. Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge gab es in drei Stadtteilen Einschläge und mindestens zehn Verletzte. Es kam demnach auch zu Stromausfällen und Bränden.
Das jahrhundertealte Kiewer Höhlenkloster beherbergt in einem verzweigten unterirdischen Höhlensystem auch mumifizierte Überreste von Geistlichen. Es gehört seit 1990 zum Weltkulturerbe und steht unter dem Schutz der UN-Kulturorganisation Unesco. Auf dem Gelände der weltberühmten Pilgerstätte am Fluss Dnipro, deren Ursprünge bis ins 11. Jahrhundert zurückgehen, befinden sich mehrere Museen. Der sogenannte untere Teil wird trotz staatlichem Druck weiterhin von der ukrainisch-orthodoxen Kirche genutzt, die sich bis zum russischen Einmarsch von 2022 als Teil des Moskauer Patriarchats sah, sich inzwischen jedoch von Moskau lossagte.
Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen die russische Invasion und wird praktisch täglich aus der Luft attackiert.