Zwischen Lügen und Freundschaft – Schweighöfer in „Vanished“
Matthias Schweighöfer erzählt von Freundschaft am Set, düsteren Themen und seiner Rolle in der neuen Thriller-Serie „Vanished“. In der Hauptrolle: ein bekanntes Gesicht aus „The Big Bang Theory“.
Der 45-jährige Matthias Schweighöfer steht in der Serie mit Kaley Cuoco vor der Kamera. (Archivbild)Bruno Calvo/ARD /dpa
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Matthias Schweighöfer ist einer der bekanntesten Schauspieler Deutschlands - und spielt auch in immer mehr internationalen Produktionen mit. Nach Rollen in Filmen wie „Oppenheimer“ oder „Die Schwimmerinnen“ ist er nun mit einem internationalen Cast in einer ARD-Serie zu sehen.
In „Vanished - Vertraust du ihm“ spielt er an der Seite von Kaley Cuoco, die mit ihrer Rolle als Penny in „The Big Bang Theory“ weltberühmt wurde, und Sam Claflin („Die Tribute von Panem“, „Peaky Blinders – Gangs of Birmingham“).
In der vierteiligen Miniserie nimmt ein romantischer Kurztrip in Frankreich plötzlich eine düstere Wendung. Die von der ARD Degeto mitproduzierte Serie ist jetzt in der ARD-Mediathek zu sehen (ab 13.3.). Im linearen TV wird sie am 21. März und am 23. März ausgestrahlt.
Zu Schweighöfers Beteiligung kam es durch einen Produzenten der Serie. Dieser rief ihn an und habe ihn gefragt: „Hast du Bock mitzumachen? Das ist eine interessante Rolle, lies mal durch“, erzählt der 45-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Ein überzeugender Faktor waren auch seine Co-Stars, wie Schweighöfer sagt. Er habe sich dann gedacht: „Ja, cool. Kaley und Sam spielen mit - ist ein interessanter Cast. Klar, ich bin mit dabei.“
Aus dem Zug verschwunden
Schon am Anfang wird klar: Die Serie ist nichts für Menschen, die keine Spannung ertragen können. Denn die erste Folge beginnt mit einer Vorausblende. Alice (Kaley Cuoco) wäscht sich ihre blutverschmierten Hände, als es an der Hotelzimmertür klopft. Ein Mann steht davor, durch den Motorradhelm sieht man sein Gesicht nicht. Als er sich Zutritt verschaffen will, klettert sie aus dem Fenster und versucht, vor ihm und seinem Messer zu fliehen.
Eine Woche zuvor: Alice und ihr Freund Tom (Sam Claflin), der bei einer Hilfsorganisation arbeitet, treffen sich in einem Pariser Hotel. Kennengelernt haben sich vor vier Jahren in Jordanien. Wegen ihrer Arbeit als Archäologin in Albanien führen sie eine Fernbeziehung und freuen sich auf die kurze, kostbare Zweisamkeit.
Doch auf dem Weg in den Süden Frankreichs verschwindet Alices Freund Tom plötzlich im fahrenden Zug. Nachdem in Marseille weiter jede Spur von ihm fehlt, wendet sich die verzweifelte Alice an die örtliche Polizei. Könnte sein Verschwinden mit ihrem Jobangebot in den USA und der Aussicht auf ein gemeinsames Leben zusammenhängen? „Denn die drei Hauptgründe, wieso Menschen verschwinden, sind Geld, Arbeit und Beziehungen“, erklärt ihr der Polizeiinspektor.
Spuren führen in die organisierte Kriminalität
Alice ist jedoch überzeugt, dass ihrem Partner etwas zugestoßen ist. Also begibt sie sich auf die Suche nach ihm und trifft Toms besten Freund Alex (Matthias Schweighöfer), der zugleich sein Chef ist. Von ihm erfährt sie, dass Tom vor einigen Monaten etwas auf einer seiner Missionen widerfahren ist, das ihn veränderte.
Was als vermeintliche Liebesstory beginnt, entwickelt sich immer mehr zu einem packenden Thriller. Denn in ihrer Recherche findet Alice mit Hilfe von Journalistin Hélène (Karin Viard) heraus, dass Tom ein Doppelleben führt. Auf der Suche nach Antworten gerät Alice selbst in Gefahr - und deckt Schockierendes auf. Die Spuren weisen in die abgründige Welt des Menschenhandels und der organisierten Kriminalität.
Schweighöfer zufolge geht es in der Serie unter anderem um die Frage, „wer sich entscheidet, auf die dunkle Seite zu gehen oder auf der hellen Seite zu bleiben“. Neben dem Cast reizte ihn auch die Zusammenarbeit mit dem Regisseur - sowie der „Twist“ seiner Rolle, erzählt er. Denn mit der Zeit stellt sich heraus, dass nicht nur ihr Freund Alice gegenüber nicht ehrlich war, sondern auch Alex und Hélène. Wer spielt ein doppeltes Spiel und wem kann sie trauen?
Freundschaft am Set entstanden
Am Mittelmeer zu drehen, gefiel Schweighöfer. „Marseille als Drehort war auch toll.“ Jedoch lag er dabei nicht unbedingt am Strand: „Wir sind viel gerannt“, erzählt er. Generell hatten er und die anderen Schauspieler eine gute Zeit am Set. „Kaley ist einfach wirklich sehr lustig, wir hatten großen Spaß zusammen.“ Auch mit Claflin habe er sich gut verstanden. „Es war ein cooler Cast.“
Auch wenn statt einer Feelgood-Serie die vier Folgen à 45 Minuten voller Spannung und Action sind, ist im realen Leben daraus sogar eine Freundschaft entstanden. „Kaley und ich, wir haben uns wirklich befreundet, so richtig angefreundet“, erzählt Schweighöfer.
Über „The Big Bang Theory“, mit der Cuoco einem Millionenpublikum bekannt wurde, hat er allerdings nicht mit ihr gesprochen. „Ich habe sie dann damit in Ruhe gelassen“, sagt er. „Wenn ich jetzt noch kommen würde mit „Hey, Penny!“ - ich glaube, dann hätte sie mir den Kopf abgerissen.“
Matthias Schweighöfer wäre nicht er selbst, wenn nicht schon neue Projekte in Arbeit wären. Nach „Vanished“ stand er schon für einen weiteren Film vor der Kamera. In „Play Dead“, produziert von Sam Raimi, spielt er zusammen mit Noah Jupe die Hauptrolle. „Wir wissen noch nicht, ob es Kino wird oder gestreamt, aber es wird ein großer Film“, sagt er.
Und auch hinter der Kamera wird er in diesem Jahr noch stehen, und zwar als Regisseur. Ende des Sommers beginnen die Dreharbeiten.
Niemand glaubt ihr: Alice (Kaley Cuoco) ist auf sich gestellt. Szene aus der Serie „Vanished“.Bruno Calvo/ARD Degeto Film/dpa
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