Schnee und Glätte: Sachsen rüstet sich gegen Wintersturm
Schneefall, Wind und Glätte: In Sachsen sind Winterdienste und Flughäfen auf den Freitag vorbereitet. Was Autofahrer und Eltern jetzt beachten sollten.
Schnee und Eisglätte: Sachsen rüstet sich gegen den Wintersturm.David Hammersen/dpa
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Schneeverwehungen, gefrierender Regen, stürmischer Wind, eisige Temperaturen - der Winter hat Sachsen fest im Griff. Für Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer ist nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vor allem der Freitag problematisch. „Da wäre es vernünftig, zu Hause zu bleiben“, sagte ein Meteorologe auf Anfrage.
Der Freitag beginnt demnach mit zum Teil kräftigen Schneefällen, landesweit sind bis zu zehn Zentimeter Neuschnee zu erwarten. Im Tagesverlauf soll es aber wärmer werden und unterhalb 800 Metern könnte gefrierender Regen für Gefahr sorgen. Dazu weht ein kräftiger Wind, der für Schneeverwehungen sorgen könnte.
Winterdienste auf den Autobahnen vorbereitet
Die Winterdienste in Sachsen sehen sich aber für den Verkehr auf den Autobahnen gut gerüstet. „Morgen haben wir alles eingeplant, was geht“, sagte eine Sprecherin der Autobahn GmbH. Insgesamt stünden in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mehr als 700 Mitarbeiter bereit, um im Bedarfsfall rund um die Uhr den Winterdienst zu leisten. Die Autobahn GmbH ist für mehr als 3.000 Streckenkilometer verantwortlich.
Trotz aller Vorbereitungen appelliert die Autobahn GmbH aber auch an die Autofahrer, entsprechend vorsichtiger zu fahren. Einzelne Verkehrsteilnehmer seien auch durch die eher milden Winter der vergangenen Jahre nicht mehr so vorsichtig wie früher. Sie gerieten bei auftretenden Schneelagen schneller in gefährliche Situationen, so die Sprecherin. Daher seien angepasstes Tempo, eine entsprechende Fahrweise und vor allem Winterreifen wichtig.
Verkehrsbetriebe in Leipzig und Dresden wollen Angebot halten
Die Verkehrsbetriebe in Leipzig und Dresden sehen sich für den vorhergesagten Wintersturm gut vorbereitet. Es werde alles daran gesetzt, das Angebot wie geplant einzuhalten, teilte die beiden Verkehrsbetriebe auf Anfrage mit. Man habe ausreichend Streusalz, Mitarbeiter und Räumfahrzeuge im Einsatz.
Unter bestimmten Verhältnissen sind Kollegen auch nachts unterwegs, um Oberleitungen und Strecken freizuhalten, sagte eine Sprecherin der Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH. Fahrgästen werde geraten, die bekannten Kommunikationskanäle im Blick zu behalten und gegebenenfalls etwas mehr Zeit einzuplanen und grundsätzlich außerhalb der eigenen vier Wände achtsam unterwegs zu sein.
Einschränkungen im Vogtland
Im Vogtland muss hingegen wegen der winterlichen Temperaturen im Bus- und Bahnverkehr mit Änderungen und Ausfällen gerechnet werden. „Um ungeplante Zugausfälle zu vermeiden, führt die Vogtlandbahn bis auf weiteres einen betriebsbedingten Winterfahrplan ein“, teilte die Länderbahn mit. Die eingesetzten Triebwagen seien bei frostigen Temperaturen anfälliger für Störungen, hieß es.
Auch der Verkehrsverbund Vogtland teilte mit, dass es vor allem am Freitag im gesamten Vogtlandkreis zu Einschränkungen im Bus- und Bahnverkehr kommen kann. „Die Busse und Bahnen verkehren abhängig von der jeweiligen Wetterlage, der aktuellen Verkehrssituation sowie dem Zustand der Straßen und Bahnstrecken“, hieß es. Kurzfristige Verspätungen, Umleitungen oder Fahrtausfälle seien nicht auszuschließen. Die Bahnbetreiber baten die Fahrgäste darum, sich aktuell und rechtzeitig zu informieren.
Spezielles Verfahren in Dresden zum Schutz der Oberleitungen
In Dresden werden den Angaben zufolge die Straßen für die Busse rechtzeitig freigeräumt. „Die Wetterexperten rechnen mit zehn Zentimetern Neuschnee. Das ist ein normaler Winter und sollte zu schaffen sein“, betonte DVB-Sprecher Falk Lösch. Auch für die Straßenbahnen sei diese Schneemenge kein Problem.
In der Landeshauptstadt ist zudem eine ältere Bahn unterwegs, die die Oberleitungen mit einem speziellen Frostschutzmittel einschmiert. Während des täglichen Betriebs bilde sich ohnehin kein Frost auf den Leitungen, betonte Lösch. „Und in den Nachtstunden fahren zwei Bahnen ohne Passagiere die Strecken ab, um den Eispanzer zu entfernen.“
Eigene Winterdienste und schwere Räumtechnik
Auch die Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden sind nach eigenen Angaben auf die angekündigte winterliche Wetterlage vorbereitet. „Grundsätzlich ist es so, dass die Winterdienste an den Flughäfen permanent in Kontakt mit Wetterinformationsdiensten stehen“, sagte der Sprecher der Mitteldeutschen Flughafen AG, Uwe Schuhart, auf Anfrage. Man warte nicht ab, „sondern weiß, was da kommen könnte und ist dementsprechend vorbereitet“.
Die Flughäfen verfügen über eigene Winterdienste mit spezieller Räumtechnik. Zum Einsatz kämen sogenannte Räumzüge, „die in einem Arbeitsgang schieben, kehren und blasen können“, um Start- und Landebahnen schnell wieder betriebsbereit zu machen. Am Flughafen Leipzig/Halle sei der Winterdienst wegen des Frachtbetriebs „rund um die Uhr“ im Einsatz. Für Fluggäste sei es aber bei solchen Wetterlagen „immer ratsam, sich kurzfristig über den Status seines Fluges zu informieren“. Schließlich könne es an großen Drehkreuzen zu Anpassungen im Flugplan kommen.
Schulen entscheiden selbst über Schließungen
Während in Hamburg und Bremen sowie in Teilen Niedersachsens die Schulen am Freitag geschlossen bleiben, gibt es für Sachsen keine allgemeine Empfehlung. Die Schulen in Sachsen könnten selbst entscheiden, ob sie geöffnet bleiben, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums auf Anfrage.
Er betonte zudem, dass der Schulweg in der Verantwortung der Eltern liege. Die Eltern könnten ihre Kinder zu Hause lassen, wenn ihnen der Weg zur Schule für ihre Kinder zu gefährlich erscheine. Die Eltern müssen aber die Schule darüber rechtzeitig informieren.
Wetter hat noch keinen Einfluss auf Beerdigungen
Trotz des erwarteten Wintersturms sollen am Freitag auch alle Beerdigungen in Dresden stattfinden. Die Wetterprognosen würden sehr genau beobachtet, aber man habe sich gegen eine Absage der Trauerfeiern und Beisetzungen auf den vier städtischen Friedhöfen entschieden, sagte eine Stadtsprecherin auf Anfrage.
Im Stadtgebiet von Dresden sei erst am Nachmittag mit Regen und der damit verbundenen gestiegenen Glatteisgefahr zu rechnen, hieß es weiter. Dann sollten die Beerdigungen bereits abgeschlossen sein. Am Samstag finden keine Beisetzungen statt. Sollte jedoch durch gefrierenden Schnee die Gefahr von Astbrüchen bestehen, würden die Friedhöfe geschlossen, betonte die Sprecherin. Dies sei aber auch von der Windstärke abhängig.
Laut Wetterexperten soll es am Freitagabend und am Samstag nach derzeitigem Stand wieder kälter werden und die Schneefallgrenze fallen. Die Temperaturen sinken dann auf bis zu minus 17 Grad.