Werbung bei ChatGPT: Bei KI-Empfehlung noch genauer hinsehen
Noch ist es Zukunftsmusik: Aber künftig könnte auch personalisierte Werbung in den Antworten der KI-Chatbots auftauchen. Wie der aktuelle Stand bei ChatGPT ist und was Verbraucher beachten sollten.
Wer ChatGPT kostenlos nutzt, kann seit dem 24. August 2026 kontextbezogene Werbung erhalten.picture alliance/dpa
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Nicht nur bei allgemeinen Fragen, sondern auch bei gesundheitlichen Problemen, finanziellen Schwierigkeiten, Rechtsfragen oder persönliche Konflikten werden die KI-Chatbots wie ChatGPT, Gemini, Copilot oder Claude mittlerweile rege genutzt.
Nutzer sollten sich jedoch bewusst machen, dass die Betreiber diese Daten etwa für Werbezwecke nutzen können. Ayten Öksüz, Datenschutzexpertin der Verbraucherzentrale NRW rät daher, grundsätzlich keine vertraulichen oder besonders sensiblen Informationen mit einem KI-Chatbot zu teilen.
Anzeigen in über 30 Ländern - OpenAI schaltet Werbung frei
Wer etwa OpenAIs ChatGPT in der kostenlosen Fassung nutzt, kann nun auch Werbung erhalten. Seit dem 24. August hat OpenAI bezahlte Anzeigen in ChatGPT in Deutschland sowie 30 weiteren europäischen Ländern freigeschaltet, sagt Ayten Öksüz. Neben der kostenlosen Variante betrifft die Neuerung auch den günstigeren Go-Tarif.
Ausgenommen sind laut dem OpenAI Helpcenter Konten mit den Tarifen Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu sowie für Konten, bei denen davon ausgegangen wird, dass sie Personen unter 18 Jahren gehören.
Für die anderen Versionen bedeutet dies: Wenn man etwa Angebote zu Produkten von der KI vergleichen lässt, könnte es sein, dass sie dazu passende Werbung sehen. Man sollten also genau hinschauen, rät Öksüz. Zwar soll die Werbung laut OpenAI klar gekennzeichnet und von den Antworten getrennt sein. Dennoch könnte es für Verwirrung sorgen, wenn das gesuchte Produkt im Chat beworben wird, die KI-Antwort von der Werbung zu trennen, so der Verbraucherschützer.
Inhalte kritisch hinterfragen
Ayten Öksüz rät grundsätzlich dazu, die KI-Antworten kritisch zu hinterfragen und durch zusätzliche Quellen zu überprüfen. Verbrauchern sollte klar sein, dass eine angezeigte Empfehlung nicht automatisch die beste oder neutralste Antwort ist, sondern auch bezahlte Werbung sein kann, so der Verbraucherschützer.
Wollen Verbraucher keine Werbeanzeigen erhalten, müssen sie die Einstellungen bei ChatGPT entsprechend anpassen - also eine werbefreie Variante aktivieren. Allerdings muss man dann Öksüz zufolge mit zusätzlichen Einschränkungen beim Nachrichtenlimit rechnen.
Personalisierte Werbung?
Bislang soll es Öksüz zufolge hierzulande zwar keine personalisierte Werbung geben. Dennoch können Anzeigen eingeblendet werden, die auf den Inhalten des aktuellen Chatinhalts basieren.
Und derzeit werden weitere Ideen mit ausgewählten Werbekunden in den USA getestet: So sollen Nutzer die bei ChatGPT Werbung sehen, künftig Kontakt zu gesponsorten KI-Agenten aufnehmen können, um weitere Informationen zu erfragen, schreibt „heise.de“ und verweist auf einen Blogeintrag von OpenAI.