Was muss in den Koffer? Passend gekleidet auf der Kreuzfahrt
Die Kleiderordnung auf See ist nicht so streng, wie man denkt. Wirklich daneben liegen beim Packen kann man eigentlich nur, wenn man vorher nicht richtig liest, was die Reederei schreibt.
Die schönste Zeit des Jahres: Viele verbringen die auf einer Kreuzfahrt - doch wie bleibt man stets angemessen gekleidet?picture alliance/dpa
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Vor der Kreuzfahrt steht das Kofferpacken: Brauche ich Abendgarderobe, mehrere Paar Schuhe, Regenzeug? Oder doch vor allem bequeme Kleidung? Die kurze Antwort lautet: Es kommt auf Route und Reederei an.
Der Kreuzfahrtexperte Franz Neumeier rät, zwei Dinge zu unterscheiden: das Leben an Bord und die Ausflüge an Land. „An Land ist es letztlich wie in jedem anderen Urlaub auch“, sagt er. Bedeutet: Hier kommt das in den Koffer, was die Aktivitäten und das Klima vorgeben - Luftiges in der Karibik, Funktionales in Skandinavien quasi.
Spannender sei die Frage, was auf dem Schiff selbst erwartet wird. Denn das hängt im Wesentlichen von der Reederei ab. Eine Orientierungshilfe.
Muss ich mich auf einer Kreuzfahrt schick anziehen?
Nicht zwingend. Viele große Reedereien setzen auf einen entspannten Stil. Bei Aida gibt es bewusst keine feste Kleiderordnung. Empfohlen wird legere, zwanglose Kleidung; in Restaurants gelten Flip-Flops und Sportkleidung allerdings als unpassend, abends werden für Herren lange Hosen und für Damen knielange Kleidung empfohlen.
Auch Tui Cruises gibt auf der „Mein Schiff“-Flotte keinen formellen Dresscode vor und nennt einen „klassisch-legeren, den Temperaturen angepassten Kleidungsstil“ passend. Hurtigruten verzichtet ebenfalls auf formelle Kleidungsetikette: „Funktionalität und Bequemlichkeit gehen vor Förmlichkeit“, teilt die Reederei mit.
In der Regel geben die Anbieter den Gästen in den Buchungsunterlagen konkrete Kleidungsempfehlungen an die Hand. Diese zu lesen und zu beherzigen, ist von Vorteil. Denn selbst wenn vieles lockerer geworden sei, gebe es Grenzen, sagt Franz Neumeier. Man solle sich so kleiden, „dass man sich selbst wohlfühlt“, aber auch so, „dass man in der Umgebung, in der man sich bewegt, irgendwie nicht fürchterlich raussticht“.
Was gehört also grundsätzlich in den Koffer?
Eine gute Basis ist alltagstaugliche Freizeitkleidung sowie Badekleidung für Pools, Whirlpools und Saunen für tagsüber, dazu mindestens ein etwas ordentlicheres Outfit für den Abend: Lange Hose oder Kleid, Hemd, Bluse oder ein schickeres Oberteil reicht dabei für viele Kreuzfahrten völlig aus.
Wer auf einer Route mit absehbar wechselhaften Wetterbedingungen unterwegs ist, sollte zudem eine Regenjacke, festes Schuhwerk und mehrere Pullover einpacken, die sich bei Bedarf auch nach dem Zwiebelprinzip übereinander anziehen lassen.
Hapag-Lloyd Cruises rät etwa zu bequemer, praktischer und routengerechter Kleidung sowie flachen, festen Schuhen. Geht es mit kleinen Schlauchbooten zu Ausflügen, sollte alles wasserdicht sein. Zur Not kann man sich Spezialkleidung auf Expeditionskreuzfahrten teils auch an Bord ausleihen.
Diese Dinge stehen ebenfalls in den Empfehlungen, die man vor der Reise von der Reederei bekommt. Dort ist auch nochmal zusammengefasst, welche Dokumente man für die Einreise in die jeweils angesteuerten Länder benötigt.
Brauche ich für den Abend extra Kleidung?
Oft ja - aber nicht unbedingt Gala-Garderobe. Es gehe dabei vor allem ums Abendessen und dort insbesondere um die Restaurants mit Tischbedienung, sagt Franz Neumeier. In Buffetrestaurants ist es meist entspannter. Während besonderer Anlässe wie einem Captain’s Dinner kann die Kleiderordnung etwas strenger sein.
Muss eine Krawatte mit?
In den meisten Fällen nein. Selbst dort, wo es formeller zugeht, ist die Pflicht oft gelockert worden. Neumeier verweist darauf, dass sogar Cunard - für ihn „eine der formellsten Reedereien“ - die Krawattenpflicht, mit dem Galadinner als einziger Ausnahme, abgeschafft habe.
Seine pragmatische Einschätzung: „Die Krawatte ist jetzt kein spielentscheidender Faktor.“ Wer dunkles Sakko und Hemd dabei hat, sei meist ausreichend ausgestattet. Für einzelne Reisen, etwa mit formelleren Abenden bei MSC oder auf klassischen Luxusschiffen, kann es aber trotzdem nicht schaden, eine einzupacken.
Und was ist mit Motto-Abenden?
Bei Anlässen wie der „White Night“, die es unter anderem auf der „Mein Schiff“-Flotte und bei Aida gibt, ist der Dresscode klar: Wer mitfeiern will, sollte Weiß tragen.
„Es macht natürlich sehr viel Spaß, wenn man das mag und wenn dann das ganze Schiff so ein Thema zelebriert“, sagt Neumeier, der schon Hunderte Kreuzfahrten mit diversen Reedereien gemacht hat und in seinem Fachblog „cruisetricks.de“ darüber schreibt. So war er etwa bei Disney Cruise Line einmal auf der Piratennacht dabei. „Erstaunlich viele waren dann richtig kostümiert“, erinnert er sich.
Kann ich an Bord meine Sachen waschen?
Ja. Wäsche- und Reinigungsservices oder manchmal auch Waschsalons zur Selbstbedienung sind auf den Schiffen eigentlich Standard. Das ist gerade für lange Kreuzfahrten wichtig, weil der Stauraum in der Kabine begrenzt ist. Aber dank der Angebote für das Waschen an Bord muss man auch nicht „den halben Kleiderschrank einpacken“, beruhigt Experte Neumeier.
Das Fazit: Mit Köpfchen packen
Unter dem Strich gilt also: Nicht möglichst viel einpacken, sondern möglichst passend. Wer Route, Wetter, Ausflüge und Reederei im Blick hat und deren Empfehlungen auch beherzigt, ist perfekt vorbereitetet.
Und wenn man wirklich mal etwas vergessen hat: An Bord der Schiffe gibt es oft Geschäfte, wo man Kleidung kaufen kann. Und wenn dort nichts Passendes dabei ist: Spätestens bei den Landgängen dürfte man etwas finden.
Wir packen unsere Siebensachen: Das ist für viele schon stressig genug - aber was is speziell für eine Kreuzfahrt bei der Kleiderauswahl wichtig?picture alliance/dpa/dpa-tmn
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Party Animals: Am Abend trägt man meist, was gefällt - bei Mottopartys wiederum kann alternative Kleidung wichtig werden, ebenso wie auch bei eleganten Essen.Andrea Warnecke/dpa-tmn
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Gute Basis für die Kleiderauswahl: Alltagstaugliche Freizeitkleidung sowie Badekleidung für Pools, Whirlpools und Saunen. Andrea Warnecke/dpa-tmn
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