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Was bedeutet eine Prostata-OP fürs Sexleben?

Ein Eingriff an der Prostata kann sich auf den Samenerguss und die Erektionsfähigkeit auswirken. Dabei spielt die Art des Eingriffs eine große Rolle, wie ein ungewöhnlicher Vergleich deutlich macht.

Von dpa

20.04.2026

Keine Scham! Eine Prostata-OP kann die Sexualität verändern. Gut, wenn Paare offen darüber sprechen. picture alliance / dpa-tmn

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Ob wegen gutartiger Vergrößerungen, die etwa Probleme mit dem Wasserlassen verursachen, oder Krebs: Wenn die Prostata operiert wird, ist das ein Einschnitt. Und es kann sich auf das Sexleben auswirken - vom stummen Samenerguss bis hin zu Erektionsproblemen. Wem so ein Eingriff bevorsteht, der fragt sich: Worauf muss ich mich einstellen? 

Welche Folgen eine OP konkret haben kann, hängt davon ab, wo an der Prostata operiert wird. Axel Merseburger von der Deutschen Gesellschaft für Urologie erläutert das anhand eines Vergleichs. 

Fall 1: Es werden Teile der Prostata ausgeschabt 

Man müsse sich die Prostata wie eine Apfelsine vorstellen: Bei gutartigen Vergrößerungen werde oft nur innen das Fruchtfleisch herausgeschält. Da passiere nichts mit der Sexualität – weil die Nerven außen an der Schale liegen. „Bei diesen Operationen kommt es in der Regel auch nicht zu Inkontinenz und auch nicht zu einer Erektionsproblematik“, sagt der Urologe.

Was allerdings passieren kann, wenn Teile der Prostata weggehobelt werden: Die Ejakulation bleibt danach aus. Dann habe man nur noch einen „stummen Samenerguss“, sagt Merseburger. Denn einen Orgasmus kann man weiterhin haben.

„Was gleich bleibt, ist die Lust. Wenn die vorher nicht da war, wird sie nicht besser“, sagt er und fügt an: „Aber sie wird auch nicht schlechter durch diese Art OP.“

Fall 2: Die Prostata wird komplett entfernt

Bei Prostatakrebs indes wird oft die gesamte Drüse operativ entfernt. Um im bildlichen Vergleich zu bleiben: Die ganze Apfelsine inklusive der Schale ist weg – und damit manchmal auch Nervenverbindungen, die für Erektionen wichtig ist.

„Es kommt hier darauf an, ob nervenschonend operiert wurde und wie fit der Mann ist“, sagt Axel Merseburger. Entsprechend kann die Erektionskraft dann manchmal eingeschränkt oder auch ganz verschwunden sein. 

Was dann helfen kann: Medikamente wie sogenannte PDE5-Hemmer, zu denen auch Viagra zählt - aber auch Penisprothesen. Das sind Implantate, die in den Penis eingesetzt werden und oft mittels eines Pumpmechanismus eine Erektion ermöglichen. 

Der Samenerguss ist – anders als bei Ausschabungen, wo das nicht passieren muss – nach der vollständigen Entfernung der Prostata immer trocken, die Fruchtbarkeit verloren. Der Orgasmus könne sich manchmal anders anfühlen: kürzer oder weniger intensiv, aber das sei individuell ganz unterschiedlich.

Die Libido werde durch die OP an sich meist nicht beeinträchtigt, sagt der Urologe. Aber es sei manchmal die gesamte Situation, die dazu beitragen kann, dass sie schwindet. „Da hat der Mann eine Krebsdiagnose, Nebenwirkungen, Angst. Und das kann die Lust verändern.“

Die Prostata hat in etwa die Größe einer Kastanie und liegt unterhalb der Harnblase. Ihre Aufgabe: Sekret für das Ejakulat produzieren. picture alliance/dpa

Die Prostata hat in etwa die Größe einer Kastanie und liegt unterhalb der Harnblase. Ihre Aufgabe: Sekret für das Ejakulat produzieren. picture alliance/dpa

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Kein Tabuthema: Die möglichen Auswirkungen der Prostata-OP kann man auch mit Urologe oder Urologin besprechen. picture alliance/dpa

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Wird nervenschonend operiert? Wie viel bleibt von der Prostata? Unter anderem davon hängt ab, wie sich die Sexualität durch den Eingriff verändert. picture alliance/dpa

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Die Erektion hält nicht? Dann können sogenannte PDE-5-Hemmer für mehr Standfestigkeit sorgen. picture alliance/dpa

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