Tuner-Szene: NRW-Polizei nimmt „Entertainer“ ins Visier
Sogenannte Entertainer filmen sich selbst beim Rasen und stellen die Videos ins Internet. So bekommen sie bei illegalen Treffen viel Zulauf. Die Polizei reagiert mit einer neuen Taktik.
Die Polizei beim Einsatz wegen eines illegalen Tuner-Treffens in Emmerich (Archivfoto)Christoph Reichwein/dpa
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Die Polizei in NRW nimmt verstärkt sogenannte Entertainer der Raser- und Tuning-Szene ins Visier. Besagte Personen nehmen zum Beispiel während Raser-Fahrten - auch kostümiert - Videos auf und haben große Reichweiten in den sozialen Medien. Wenn sie zu Treffen aufrufen, kommt es demnach regelmäßig zu großem Zulauf.
Die Polizeibehörden sollen laut einer neuen Einsatzkonzeption, über die zunächst die „WAZ“ berichtet hatte, die Kanäle der „Entertainer“ im Blick behalten. So will man frühzeitig von Treffen Wind bekommen. Im besten Fall sollen die Zusammenkünfte schon bei der Anreise gestoppt werden. Die Polizei kann auch vorher bereits auf die PS-Influencer zugehen und eine sogenannte Gefährderansprache machen oder Bereichsabtretungsverbote aussprechen.
Einsatz von Hubschrauber und Drohnen
Wenn ein illegales Auto-Event mit sogenannten Tunern und Posern gemeldet wird, ist gemäß neuer Einsatzkonzeption sofort ein Großaufgebot an Polizisten einzusetzen.
Das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) soll zusammen mit dem Landeskriminalamt (LKA) ein Lagebild zur Szene erstellen und aktuell halten. Die Behörde kann auch einen Hubschrauber oder Drohnen schicken, um die Situation besser einschätzen zu können und Beweise zu sichern. Bei Bedarf soll das LZPD Kontakt mit den Polizeibehörden der Nachbarländer Belgien und Niederlande aufnehmen.