Panorama

Tanzaktionen in Städten - Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Viele Frauen sind im Laufe ihres Lebens mit körperlicher oder sexueller Gewalt konfrontiert. Auf Straßen und Marktplätzen machen tanzende Menschen immer am Valentinstag darauf aufmerksam.

Von dpa

14.02.2026

Gelassenes Tanzen als politisches Zeichen in Duisburg.Roberto Pfeil/dpa

Gelassenes Tanzen als politisches Zeichen in Duisburg.Roberto Pfeil/dpa

© Roberto Pfeil/dpa

Zur weltweiten Tanzdemo „One Billion Rising“ („Eine Milliarde erhebt sich“) sind vielerorts Menschen zusammengekommen, um gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu protestieren. In Nordrhein-Westfalen waren es laut einer Übersicht Aktionen in rund 30 Städten; bundesweit in rund 150 Orten.

So gab es in der Innenstadt von Duisburg eine Tanzdemo als Symbol weltweiter Frauensolidarität, an der sich Vereine beteiligten. Einige Dutzend Menschen tanzten um ein Plakat herum, das auf dem Boden lag. Darauf stand: „Wir sagen Nein! zu Gewalt gegen Frauen“.

Auf dem Detmolder Marktplatz wurde ebenfalls getanzt, um ein Zeichen zu setzen. In Siegburg lautete das Motto „Nein heißt Nein! Auch im Karneval!“, weil die weltweite Tanzdemo in diesem Jahr mit dem Karnevalssamstag zusammenfällt.

Auf Zetteln standen Forderungen der Aktivisten.Roberto Pfeil/dpa

Auf Zetteln standen Forderungen der Aktivisten.Roberto Pfeil/dpa

© Roberto Pfeil/dpa

Aktionen seit mehr als zehn Jahren

Der globale Tanz-Aktionstag geht nach Angaben der Veranstalter auf eine Initiative der US-amerikanischen Künstlerin und Feministin Eve Ensler zurück. Die Flashmobs finden seit 2012 jedes Jahr am Valentinstag statt. 

Der Name „One Billion Rising“ bezieht sich auf die Schätzung, dass weltweit etwa eine Milliarde Frauen und Mädchen im Laufe ihres Lebens Opfer von Gewalt werden. Die Aktion ruft auch dazu auf, eigene Tanzvideos zum diesjährigen Kampagnen-Song „Women on fire“ einzusenden. Daraus soll am Ende eine Video-Collage mit Tänzen aus aller Welt entstehen.

Vernetzung schafft neue Möglichkeiten 

Soziale Medien hätten eine große Bedeutung für Protestbewegungen, sagt die Medienwissenschaftlerin Astrid Deuber-Mankowsky von der Ruhr-Universität Bochum. „Die Online-Vernetzung hat natürlich ganz neue Möglichkeiten der Protestbewegungen hervorgebracht“, erklärt sie. Sie ermögliche es, sich auf der ganzen Welt für ein gemeinsames politisches Anliegen starkzumachen. 

Dennoch sei auch die Erfahrung von Solidarität sowie eine Eroberung von öffentlichen Räumen wichtig. Dadurch entstehe ein Gemeinschaftsgefühl. „Proteste können gar nicht nur online stattfinden“, sagt Deuber-Mankowsky. Auch die Tanzdemo „One Billion Rising“ sei darauf ausgelegt, über die sozialen Netzwerke geteilt zu werden. Tanzen habe auch einen euphorisierenden Effekt.

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