Panorama

Tanzaktionen in Städten - Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Viele Frauen sind im Laufe ihres Lebens mit körperlicher oder sexueller Gewalt konfrontiert. Vor allem auf Straßen und Marktplätzen wollen tanzende Menschen darauf aufmerksam machen.

14.02.2026

In einer Reihe von Städten wollen Menschen mit Tanzaktionen ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen. (Archivbild)Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

In einer Reihe von Städten wollen Menschen mit Tanzaktionen ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen. (Archivbild)Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

© Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Zur weltweiten Tanzdemo „One Billion Rising“ („Eine Milliarde erhebt sich“) kommen heute vielerorts Menschen zusammen, um gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu protestieren. In Nordrhein-Westfalen sind laut einer Übersicht in rund 30 Städten Aktionen geplant.

So ist in Duisburg eine Tanzdemo als Symbol weltweiter Frauensolidarität in der Innenstadt vorgesehen, an der sich Vereine beteiligen wollen. Auf dem Detmolder Marktplatz wird ebenfalls getanzt, um ein Zeichen zu setzen. In Siegburg lautet das Motto „Nein heißt Nein! Auch im Karneval!“, weil die weltweite Tanzdemo in diesem Jahr mit dem Karnevalssamstag zusammenfällt.

Aktionen seit mehr als zehn Jahren

Die globale Bewegung „One Billion Rising“ geht nach Angaben der Veranstalter auf eine Initiative der US-amerikanischen Künstlerin und Feministin Eve Ensler zurück. Die Flashmobs finden seit 2012 jedes Jahr an Valentinstag statt. 

Der Name „One Billion Rising“ bezieht sich auf die Schätzung, dass weltweit etwa eine Milliarde Frauen und Mädchen im Laufe ihres Lebens Opfer von Gewalt werden. Die Aktion ruft auch dazu auf, eigene Tanzvideos zum diesjährigen Kampagnen-Song „Women on fire“ einzusenden. Daraus soll am Ende eine Video-Collage mit Tänzen aus aller Welt entstehen.

Vernetzung schafft neue Möglichkeiten 

Soziale Medien hätten eine große Bedeutung für Protestbewegungen, sagt die Medienwissenschaftlerin Astrid Deuber-Mankowsky von der Ruhr-Universität Bochum. „Die Online-Vernetzung hat natürlich ganz neue Möglichkeiten der Protestbewegungen hervorgebracht“, erklärt sie. Sie ermögliche es, sich auf der ganzen Welt für ein gemeinsames politisches Anliegen starkzumachen. 

Dennoch sei auch die Erfahrung von Solidarität sowie eine Eroberung von öffentlichen Räumen wichtig. Dadurch entstehe ein Gemeinschaftsgefühl. „Proteste können gar nicht nur online stattfinden“, sagt Deuber-Mankowsky. Auch die Tanzdemo „One Billion Rising“ sei darauf ausgelegt, über die sozialen Netzwerke geteilt zu werden. Tanzen habe auch einen euphorisierenden Effekt.