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Tabs oder Pulver? Beim Geschirrspülen an die Umwelt denken

Warum DIY-Rezepte für Spülmaschinenmittel oft keine gute Idee sind - und worauf es bei nachhaltigen Produkten wirklich ankommt.

Von dpa

15.01.2026

Bei Tabs für die Geschirrspülmaschine gibt es große Unterschiede.picture alliance / dpa Themendienst

Bei Tabs für die Geschirrspülmaschine gibt es große Unterschiede.picture alliance / dpa Themendienst

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Praktisch auf den ersten Blick: Fertige Tabs für den Geschirrspüler sind einfach zu handhaben - man muss nicht mit Pulver hantieren, sondern kann sie einfach ins Fach des Geschirrspülers legen. Nur bei sehr hartem Wasser sollte man zusätzlich Regeneriersalz für die Maschine dazu geben. Und Klarspüler nicht vergessen.

Doch was ist für die Umwelt und den Geschirrspüler die nachhaltigere Variante - Tabs oder Pulver? Und worauf können Verbraucher, denen die Umwelt am Herzen liegt, bei der Verwendung achten?

Auf die Dosierung kommt es an

Da ist zunächst die Sache mit der Folie. Denn die meisten Tabs werden verpackt angeboten. Nur selten gibt es unverpackte Varianten. „Die Verpackungsfolien der Tabs bestehen in der Regel aus Polyvinylalkohol, der zwar eine zusätzliche Belastung für die Kläranlagen, aber laut Umweltbundesamt biologisch abbaubar ist“, sagt Kerstin Effers, Referentin Umwelt und Gesundheitsschutz bei der Verbraucherzentrale NRW. Pulver kommt hingegen ganz ohne Folie aus. 

Ein weiterer Unterschied: Tabs gibt es als Monotabs - sie enthalten nur einen Reiniger - und als Multitabs, die den Reiniger mit Klarspüler und Enthärter kombinieren, erklärt Kerstin Effers. 

Bei Pulver muss man hingegen Klarspüler und Regeneriersalz ergänzen, wenn man diese nutzen möchte. „Der Vorteil von Pulver, Klarspüler und Regeneriersalz ist, dass die Dosierung an die Wasserhärte und den Verschmutzungsgrad angepasst werden kann“, erklärt Diplom-Chemikerin Effers. 

Einzeln eingefüllt, können die Komponenten im Idealfall „zum richtigen Zeitpunkt ihre jeweilige Funktion im Geschirrspüler erfüllen und so ihre Wirkung am besten entfalten.“ Wenn man denn das Pulver richtig dosiert. 

Angebranntes benötigt etwa die volle Dosis, Kurzprogramme die minimale Dosiermenge, so die Stiftung Warentest. 

Tipp: Wiegen Sie das Pulver entsprechend ab und markieren die Stelle am Einfüllgefäß als Orientierung. Das erleichtert es fürs nächste Mal.

Wenn man Salz, Klarspüler und Pulver bei jeden Spülgang passend abwiegt, kann im Gegensatz zu Multitabs also unnötiges Salz und Spülpulver einsparen. Stimmt die Dosierung, ist diese Variante langfristig sowohl für die Umwelt als auch den Geldbeutel nachhaltiger.

Benzotriazol - eine Gefahr für die Gesundheit?

Eine Zeit lang standen Geschirrspülstabs übrigens in der Kritik, weil viele umweltschädliches Benzotriazol enthielten. Der Stoff steht unter anderem im Verdacht das Hormonsystem zu stören, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Das war besonders ein Problem für die Kläranlagen, die den Stoff nur schwer abbauen konnten. 

Die gute Nachricht: Mittlerweile verzichten die Hersteller auf Benzotriazol in Maschinenspülmitteln, so Effers. Das zeigen auch ältere Untersuchungen der Stiftung Warentest („test“ 02/2024). „Alle Produkte erhielten im letzten Test auf Basis ihrer Inhaltsstoffe ein gutes Urteil für Gewässerbelastung als Umwelteigenschaft“, so Sara Wagner-Leifhelm, Projektleiterin bei der Stiftung Warentest. 

Wie sinnvoll sind DIY-Lösungen?

Dennoch keine Lust auf Tabs oder Fertigpulver? Im Internet gibt es zahlreiche Anleitungen, wie man selbst Spülmaschinenmittel herstellen kann. Von DIY-Rezepten raten die Expertinnen in diesem Fall aber ab. „Einige Rezepte sind schlicht unsinnig, weil sie etwa Waschsoda und Zitronensäure kombinieren“, sagt Effers. „Dann hat man einen Brausewürfel, der schön sprudelt, aber die beiden Komponenten neutralisieren sich und verlieren ihre Wirkung.“

Und der Einsatz von Ersatzstoffen ist nicht unbedenklich: „Einige Leute ersetzen den Klarspüler durch Essig. Die Frage ist, ob die Maschine und die Dichtungen diesen unbeschadet vertragen“, so Effers. „Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte beim Hersteller nachfragen.“ Denn geht die Maschine durch falsche Mittel kaputt, wäre dies nicht im Sinne der Nachhaltigkeit.

Effers hat stattdessen einen anderen Tipp: „Wer umweltfreundlichere Maschinengeschirrspülmittel bevorzugt, kann sich an Siegeln orientieren.“ Ihr zufolge etwa am Blauen Engel, an NCP (Natural Care Product) oder Ecocert.

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