Panorama

Prozess: Bande erbeutet mehr als 180.000 Euro mit Phishing

90.000 Euro unter dem Bett, 5.000 Euro unterm Backofen: Die Polizei entdeckt bei Hausdurchsuchungen versteckte Beute. Eine Bande aus dem Ruhrgebiet täuschte bundesweit Opfer.

Von dpa

20.07.2026

Zwei der sechs Angeklagten halten sich vor Prozess-Beginn im Landgericht Münster Zettel vor das Gesicht. Lars Berg/dpa

Zwei der sechs Angeklagten halten sich vor Prozess-Beginn im Landgericht Münster Zettel vor das Gesicht. Lars Berg/dpa

© Lars Berg/dpa

Vor dem Landgericht Münster hat das Verfahren gegen eine mutmaßliche Betrügerbande aus dem Ruhrgebiet begonnen. Sechs Männer aus Gelsenkirchen, Essen und Recklinghausen sollen sich durch Phishing die Kontodaten ihrer späteren Opfer verschafft und damit mehr als 180.000 Euro erbeutet haben. 

Die Opfer haben laut Staatsanwaltschaft zunächst nichts Auffälliges bemerkt. Über eine täuschend ähnlich aussehende, aber gefälschte Internetseite der Volksbank sollen sich die Mitglieder der Bande im Alter zwischen 19 und 61 Jahren zunächst Zugang zu den Kontodaten von Betroffenen aus ganz Deutschland verschafft haben. Die Betroffenen kommen aus Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Brandenburg, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz.

Später soll sich einer der Männer als angeblicher Bankberater telefonisch bei den Betroffenen gemeldet und sie dazu veranlasst haben, ein paralleles Online-Konto anzulegen. Über diese Konten sollen die Angeklagten dann unter anderem Rolex-Uhren und andere Luxusartikel gekauft haben.

Bei Hausdurchsuchungen hatte die Polizei große Geldsummen gefunden. Bei einem der Angeklagten fanden die Ermittler 5.000 Euro unter dem Backofen. Der Vater eines der Männer ist der sechste Angeklagte in diesem Verfahren. Bei ihm fanden Beamte bei einer Hausdurchsuchung 90.000 Euro unter dem Bett - Geld, das er für seinen Sohn dort versteckt haben soll, um ihn zu schützen. 

Angeklagte schweigen - bislang

Die Opfer sollen um Beträge zwischen 1.000 und 60.000 Euro betrogen worden sein. Zum Prozessauftakt hat sich keiner der Männer zu den Vorwürfen geäußert, einige haben aber Aussagen für den kommenden Prozesstermin angekündigt. Drei der Männer befinden sich derzeit in Untersuchungshaft, die drei weiteren sind auf freiem Fuß.

Bis September hat das Landgericht weitere Prozesstage angesetzt.

Karte
Das könnte Sie auch interessieren

Panorama

zur Merkliste

Bonn zieht 60 Stadtbahnen aus dem Verkehr

Für Pendler im Raum Bonn kommt es jetzt noch dicker: Nachdem mit der Sperrung der Nordbrücke schon eine wichtige Ost-West-Verbindung ausfällt, kommen weitere Engpässe im Stadtbahnverkehr hinzu.