Party, Pleite, Prüfung - Bremer „Tatort“ im Studentenleben
Nächte voller Beats und Prüfungsangst - bis eine Studentin plötzlich tot ist: Der neue Bremer „Tatort“ taucht ein in die Schattenseiten des Uni-Lebens.
Liv Moormann und Patrice Schipper (M, Jasna Fritzi Bauer und Tijan Njie) überbringen eine traurige Nachricht.Magdalena Stengel/RB TV/Pressestelle/dpa
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Ihre Kommilitonen feiern die Nächte durch, flirten und büffeln für die nächste Klausur - nur Annalena Höpken nicht. Alle wissen, wie schlecht es ihr geht. Doch Aufmerksamkeit bekommt die Jurastudentin erst, als sie tot ist.
In der neuen Folge des „Tatort“-Krimis aus Bremen (Sonntag, 25. Januar, 20.15 Uhr, Das Erste) tauchen die Ermittlerinnen ins Studierendenleben ein, zwischen Leistungsdruck in der Uni und durchtanzten Nächten im Club. „Wenn man nur einen retten könnte“ erinnert an einen Vorabendkrimi mit gesellschaftskritischen Tönen, trotz sozialer Abgründe eher unterhaltsam als schlafraubend.
Leistungsdruck bis zum Tod
Die Bremer Jurastudentin Annalena Höpken stürzt ab - erst im übertragenen Sinn, dann liegt sie tatsächlich leblos am Fuße einer Treppe eines Nachtclubs. Auch wenn dieser „Tatort“ mit einer Toten beginnt, rückt die Frage nach dem Mörder in den Hintergrund. Vielmehr versuchen die Kommissarinnen zu verstehen, wer diese Frau war und warum ihr Leben so früh endete.
Die Ermittlerinnen und Ermittler stoßen schnell auf Abgründe. Die Familie der Toten ist zerbrochen, ihre Mitbewohner sind zerstritten und die Studentin weiß nicht mehr, wohin mit sich. Die Miete verschlingt ihr Geld, selbst fürs Essen reicht es nicht. Den Leistungsdruck an der Uni kann sie nur mit Tabletten ertragen.
Auch ihr Umfeld ringt mit Erwartungen und Selbstzweifeln. Klischeehaft gibt der „Tatort“ Einblicke in die WG: Dort leben die ehrgeizige Jurastudentin, der verwöhnte Schnösel-Sohn und der queere Lebenskünstler Tür an Tür, Chaos und Konflikte sind vorprogrammiert. Der Tod von Annalena stellt schließlich alles infrage. Niemand will es gewesen sein und doch fühlen sich alle zu einem gewissen Grad schuldig am Tod der jungen Studentin.
Traditionell scheut sich der Bremer Krimi dabei nicht vor gesellschaftlichen Konflikten. Fast nebenbei streift Regisseurin Ziska Riemann Themen wie Obdachlosigkeit und teure Mieten, Tabletten in der Uni und im Club bis hin zur wachsenden Schere zwischen Arm und Reich.
Bremer Kommissarinnen bekommen Hilfe
Doch diesmal ist etwas anders: Der Fall bringt Kommissarin Linda Selb (Luise Wolfram) in Gefahr und sie muss verletzt vom Krankenbett aus ermitteln. Spontan springt ein Kollege vom Kriminaldauerdienst ein: Patrice Schipper, auch Prince genannt (Tijan Njie), dem sein Ruf als Womanizer vorauseilt. Für Kommissarin Liv Moormann (Jasna Fritzi Bauer) ist der neue Mann an ihrer Seite eine Herausforderung.
Doch das Bremer Team verliert seinen frotzelnden Ton nicht und kann - mit dem entscheidenden Tipp vom Krankenbett - auch diese Ermittlungen meistern.