Wegen Wintersturm: Erste Schulen planen Distanzunterricht
Sturmtief „Elli“ sorgt für Wirbel: Während Hamburgs und Bremens Schulen schließen, bleiben in Sachsen-Anhalt die Türen größtenteils offen. Einige Regionen haben aber schon Maßnahmen ergriffen.
Erste Schulen in Sachsen-Anhalt haben bereits auf Distanzunterricht umgestellt. Marcus Brandt/dpa
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Wegen des angekündigten Sturmtiefs verzichten die Schulen in einigen Landkreisen in Sachsen-Anhalt auf den Präsenzunterricht. So teilten unter anderem der Harz und der Landkreis Jerichower Land mit, dass in den meisten Schulen des Kreisgebiets kein Präsenzunterricht stattfinde. Auch in Dessau-Roßlau verzichten einzelne Schulen auf Unterricht in Anwesenheit.
Im Altmarkkreis Salzwedel fahren keine Schulbusse. Der Burgenlandkreis und die Magdeburger Verkehrsbetriebe teilten mit, dass Busse und Bahnen für Schüler fahren sollen. Es könne je nach Witterungslage aber zu Verspätungen und Einschränkungen kommen.
Wetterdienst warnt vor Lebensgefahr
Grund für die Wetterlage ist das Sturmtief „Elli“. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte für einige Teile von Sachsen-Anhalt am Donnerstagabend Unwetterwarnungen herausgegeben. So sei am Freitagmorgen zwischen 4.00 und 7.00 Uhr im Harz sowie im Landkreis Mansfeld-Südharz mit starkem Schneefall zu rechnen. In Schierke im Landkreis Harz soll wegen der erwarteten Schneemengen ab Freitag kurzfristig die Verkehrsführung geändert werden.
Auch im Altmarkkreis Salzwedel, im Kreis Anhalt-Bitterfeld, im Kreis Börde, im Kreis Jerichower Land, im Kreis Stendal und in der Stadt Magdeburg müsse dem Wetterdienst nach mit extremem Wetter gerechnet werden. Die Experten warnten ab 7.00 Uhr bis Mitternacht vor starken Schneeverwehungen.
Vielerorts könne es außerdem glatt werden, hieß es. Den Wetterexperten nach könne durch das Winterwetter Lebensgefahr bestehen, etwa durch hohe Schneedecken oder stark eingeschränkte Sichtweite.
Nicht nur Schulen von möglichem Schneetreiben betroffen
Die Schulen seien darauf vorbereitet, sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums. Eltern von Schulkindern wurden dennoch darum gebeten, die Wetterlage fortlaufend und aufmerksam im Blick zu behalten, teilte das Ministerium mit. Ziel sei es, Sicherheit für Schüler und schulisches Personal zu gewährleisten und gleichzeitig den Schulbetrieb dort aufrechtzuerhalten, wo es möglich ist. Gemeinsam mit dem Landesschulamt seien Hinweise zur Organisation des Schulbetriebs veröffentlicht worden.
Im Burgenlandkreis soll morgens bis 6.00 Uhr entschieden werden, ob Schulbusse fahren können. Verschiedene Landkreise hatten schon über Einschränkungen im Bus- und Bahnverkehr sowie Änderungen im Schulablauf informiert. Da sich die Wetterlage dynamisch entwickle, seien weitere kurzfristige Einschränkungen und Änderungen möglich, betonte das Ministerium. Im Laufe des Tages könne auch entschieden werden, dass der Unterricht witterungsbedingt vorzeitig beendet wird.
Für Schülerinnen und Schüler, die aufgrund ihrer Wohnsituation die Schule nicht sicher erreichen können, seien individuelle Lösungen möglich. Zudem sollen Notbetreuungsangebote eingerichtet werden.
Warnungen vor Besuch des Brockens
Nicht nur Schulen bereiten sich auf ein mögliches Unwetter vor. So teilte die Landeshauptstadt Magdeburg mit, dass es in den nächsten Tagen etwa zu Einschränkungen bei der Abfallentsorgung kommen könne.
Die Winterdienste sehen sich derzeit für den Verkehr gut gerüstet. Es sei „alles eingeplant, was geht“, sagte eine Sprecherin der Autobahn GmbH. Im Harz kam nach Angaben des Landkreises wegen der großen Schneemassen rund um den Jahreswechsel auch die seit langem nicht mehr benötigte Schneefräse zum Einsatz. Von einem Besuch des Brockens rät der Landkreis dringend ab. Die Harzer Schmalspurbahnen haben bereits angekündigt, auf dem Großteil ihres Streckennetzes den Verkehr einzustellen. Auch der Winterdienst auf der Brockenstraße werde eingestellt.