Mehr als nur Deko: So holen Sie sich Ferien in die Bude
Kein Urlaub in Sicht - nicht mal auf Balkonien, weil dafür der Balkon fehlt? Dann bringen Pflanzen und Düfte Urlaubsgefühl in die Wohnung. Und haben Sie eigentlich schon mal im Wohnzimmer gepicknickt?
Können einen Hauch Urlaubsstimmung in die Wohnung holen: Pflanzen - vor allem, wenn sie duften.picture alliance / dpa-tmn
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Die Muschelkette hängt, die Kunstpalme steht und trotzdem kommt einfach kein Urlaubsfeeling in den eigenen vier Wänden auf? Kein Wunder: Oft steckt hinter der Sehnsucht nach Sommer, Sonne und Strand mehr, als man zunächst denkt.
„Aus psychologischer Sicht ist Urlaub für viele Menschen vor allem ein Zustand innerer Entlastung“, erklärt die Wohnpsychologin Inka Aniol. Weniger Verpflichtungen, weniger Reize und gleichzeitig mehr Leichtigkeit – das mache das Urlaubsgefühl aus. „Es entsteht nicht nur durch Deko, sondern durch einen veränderten Alltag“, so die Einrichtungsberaterin Angelika Hinz. Wer echtes Urlaubsfeeling möchte, obwohl keine Reise ansteht, muss also dafür sorgen, dass sich die Wohnung anders anfühlt als üblich.
Machen Sie Ihr Schlafzimmer zum Hotelzimmer
„Hotelzimmer oder Ferienwohnung sind meist bewusst reduziert eingerichtet“, sagt Hinz. „Klare Farben, weniger Möbel, kaum persönliche Dinge. Gerade diese visuelle Ruhe empfinden wir als erholsam.“ Wer Urlaubsgefühle in der Wohnung möchte, der mistet deshalb am besten erst mal aus.
Schwere Decken, dunkle Kissen, überladene Regale, Wäsche- oder Zeitschriftenstapel - sie alle sollten weichen. Stattdessen darf Licht herein. „Helle Vorhänge, Spiegel oder kleine Lichtinseln helfen, den Raum weicher und freundlicher wirken zu lassen“, sagt Inka Aniol. Auch Pflanzen bringen mehr Leichtigkeit in den Wohnraum, reduzieren Stress und schaffen ein Gefühl von Lebendigkeit. „Ein paar Kräuter auf der Fensterbank können schon viel bewirken“, so die Wohnpsychologin.
Der große Vorteil von Minze, Basilikum oder Rosmarin: Sie bringen auch Duft in die Wohnung. Und den braucht man, will man für Feriengefühl in den eigenen vier Wänden sorgen. „Wir verbinden Urlaubsstimmung oft mit Gerüchen, Geräuschen und Ritualen“, sagt Angelika Hinz. Düfte etwa wirken auf das limbische System und können Erinnerungen an vergangene Urlaube wecken.
Zitrone für den Tisch
Ähnliche Effekte lassen sich durch Geräusche erzielen. Meeresrauschen im Hintergrund oder die Sommerhits der Strandbar zum Mittanzen – Klänge können Räume emotional komplett verändern. Ebenfalls wichtig: Haptik. „Materialien wie Leinen, Holz oder Bast fühlen sich natürlich und beruhigend an“, so Aniol. „Sie erzeugen ein Gefühl von Erdung und Leichtigkeit.“
Und sie lassen sich auch wunderbar im Schlafzimmer einsetzen, einem Raum, den die meisten Menschen vergessen, sagt Angelika Hinz.
Wer auf optische Reize setzen möchte, kann sich bei der Tischdekoration austoben. „Besonders schön finde ich es, wenn die Farbe über Lebensmittel wie Pfirsiche, Tomaten, Zitronen oder Kräuter kommt“, so die Einrichtungsberaterin. „Ein Korb voller Sommerobst wirkt oft schöner als jede gekaufte Dekoration.“
Apropos Obst: Schon länger liegt die Zitrone im Deko-Trend - ob als Keramik, Tischdecke oder eben als echte Frucht. „Dazu kommt in diesem Jahr die Tomate als neuer Hingucker“, sagt Angelika Hinz. Und auch handgemachte Keramik, breite Streifenmuster, bunte Gläser und die Farbe Buttergelb geben in diesem Sommer den Ton in Sachen Deko an. „Falls man die Möglichkeit hat, kann man sogar einen Sonnenschirm im Wohnzimmer aufstellen oder eine Hängematte aufhängen.“
Mit neuen Ritualen den Alltag hinter sich lassen
Doch zum richtigen Urlaubssetting gehört noch mehr. „Urlaub ist nicht nur ein Ort, sondern vor allem ein Zustand – und den können wir aktiv herstellen“, sagt Inka Aniol. Nämlich, indem man mit der üblichen Routine bricht. Vielleicht mit dem Morgenkaffee am neu entdeckten Fensterplatz, dem Barfußlaufen durch die Wohnung oder der flackernden Kerze am Abend. „Solche Rituale signalisieren dem Körper, dass jetzt eine andere Qualität von Zeit beginnt.“
Und diese Zeit darf besonders sein. „Im Urlaub machen wir ja einiges anders: Wir sitzen länger zusammen, hören andere Musik, trinken vielleicht aus schöneren Gläsern“, sagt Angelika Hinz. Diese besonderen Momente gilt es für sich zu entdecken, beispielsweise mit einem Picknick im Wohnzimmer oder einem Cocktail-Event mit Barwagen. „Entscheidend ist, ob man es schafft, den Alltag auszuschalten. Dafür muss man nicht immer verreisen“, so Hinz.
Mit klar definierten Wohnzonen wie einer kleinen Leseecke, einem Mini-Spa im Bad oder einem neu entdeckten Essplatz im Abendlicht schaffe man emotionale Räume, sagt Wohnpsychologin Aniol. Und sie sind es, die uns aus dem Alltag herausholen.
Kann man probieren: Das Schlafzimmer zumindest optisch zum Hotelzimmer machen.picture alliance / dpa Themendienst
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Können keine Reise ersetzen, aber für ein bisschen Urlaubsgefühl sorgen: Deko und Duft.picture alliance / dpa-tmn
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Nicht nur sauer: Zitronen sind ein sommerlicher Deko-Trend.picture alliance / dpa-tmn
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Mal was anders machen als sonst - und sei es nur woanders in der Wohnung arbeiten: Damit kann man den Alltag etwas aufbrechen, auch ohne Urlaub. Zacharie Scheurer/dpa-tmn
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