Panorama

Kuba-Krise: Reisen auf die Insel „überdenken“

Wegen massiver Energieprobleme ist Urlaub auf der sozialistischen Karibikinsel derzeit kaum möglich. Wie Veranstalter und Airlines reagieren und was das für Reisende heißt.

Von dpa

11.02.2026

Energiekrise trifft den Tourismus: Wegen akuter Treibstoffknappheit und Versorgungsengpässen rät das Auswärtige Amt von nicht notwendigen Reisen nach Kuba ab.Nick Kaiser/dpa/dpa-tmn

Energiekrise trifft den Tourismus: Wegen akuter Treibstoffknappheit und Versorgungsengpässen rät das Auswärtige Amt von nicht notwendigen Reisen nach Kuba ab.Nick Kaiser/dpa/dpa-tmn

© Nick Kaiser/dpa/dpa-tmn

Die sich zuspitzende Energiekrise auf Kuba wirkt sich auch auf den Tourismus aus. Seit Wochenanfang können keine Flugzeuge aus dem Ausland mehr in dem karibischen Inselstaat aufgetankt werden. 

Deshalb setzt die Fluggesellschaft Cubana de Aviación die einzigen Direktverbindungen von Deutschland nach Kuba bis mindestens Anfang März aus. Betroffene könnten kostenlos auf einen späteren Termin umbuchen oder erhielten ihr Geld zurück, berichtet das Touristik-Fachportal „fvw.de“. 

Auch die kanadische Airline Air Canada hatte Flüge vorerst eingestellt. Andere Airlines wie Iberia oder Air Europa, die weiter Kuba anfliegen, legen zusätzliche Tankstopps an anderen Flughäfen ein.

Wegen des akuten Treibstoffmangels, Folge einer Ölblockade der USA gegen Kuba, rät das Auswärtige Amt in seinen Reisehinweisen derzeit von nicht notwendigen Reisen in das Land ab. 

Die akute Energiekrise treffe auf breitflächig marode Energieinfrastruktur, so das Ministerium weiter. „Das Ausbleiben von Öl- und Treibstofflieferungen aus dem Ausland führt zu erheblichen Ausfällen bei der Energie- und Treibstoffversorgung, die sich auf alle Lebensbereiche auswirkt.“

Stornierungen oder Umbuchungen möglich

Auch der zweitgrößte deutsche Reisekonzern Dertour empfiehlt, Reiseabsichten nach Kuba „vor dem Hintergrund der aktuellen Situation sorgfältig zu überdenken“. Für Abreisen bis zum 31. März biete man kostenlose Umbuchungen oder auch Stornierungen an. Für alle Reisen zu späteren Zeitpunkten gebe es die Option, kostenlos umzubuchen. 

Das Angebot auf Kuba habe man bereits seit längerer Zeit deutlich reduziert, teilt das Unternehmen mit den Veranstaltern Dertour, ITS und Meiers Weltreisen weiter mit. So seien Hotels ohne ausreichende Notstrom- oder Treibstoffreserven aus dem Programm genommen und sämtliche Rundreisen und Ausflüge eingestellt worden. Für Kunden vor Ort – eine niedrige dreistellige Zahl – organisiere man bei Bedarf vorgezogene Rückreisen.

Tui hat laut „fvw.de“ alle Anreisen bis Ende April abgesagt – ab Mai hat Europas größter Reisekonzern Kuba erst mal nicht mehr regulär in seinem Programm.

Tourismus stark eingeschränkt - weniger Besucher

Urlaub in Kuba sei weiterhin möglich, aber anders, sagt Wilson Cardozo vom Spezialreiseveranstalter Aventura gegenüber „fvw.de“: „Der Tourismus, wie wir ihn vorher kannten, ist in der Form nicht einfach so umzusetzen.“ Anstatt individuelle Reisen böten sich jetzt Reisen mit einem Guide an. In dieser Form seien Reisen durchaus umzusetzen, gerade im Westen des Landes. Er betont aber, es sei wichtig, sich genau zu informieren und dann zu entscheiden.

Das Land hat schon seit längerem mit Energieproblemen sowie mit Versorgungsengpässen etwa bei Medikamenten zu kämpfen, dazu kamen zuletzt große Verwüstungen durch den Hurrikan „Melissa“. 

Die Zahl der Touristen ist rückläufig. Offiziellen Zahlen zufolge machten 2025 rund 2,6 Millionen Menschen Urlaub auf der Karibikinsel, etwa 400.000 weniger als im Vorjahr. Die meisten Gäste reisten aus Kanada an. Aus Deutschland kamen 33.056 Gäste, ein Minus von rund 50 Prozent zu 2024.

Das könnte Sie auch interessieren

Panorama

zur Merkliste

Klimaforscher warnen vor nahen Kipppunkten

Kipppunkte im Klimasystem: Droht der Erde eine unumkehrbare Hitzephase? Forscher warnen vor Kettenreaktionen – und zeigen, wie wir den Kurs noch ändern können.