Kind im Auto vergessen? ADAC testet Warnsysteme
Vermeintlich schnell was erledigt, gedanklich abwesend ausgestiegen - in vielen Szenarien kann ein schlafendes Kind auf einmal allein im Auto sein. Was taugen Warneinrichtungen?
Nur mal kurz allein lassen? Schläft ein Kind auf dem Rücksitz im Auto, können sommerliche Temperaturen lebensgefährlich werden.Mark von Nordheim/ADAC/ABGEDREHT/dpa-tmn
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Es passiert immer wieder, dass Kinder allein im Auto vergessen werden. Steht das Fahrzeug in der Sonne, kann das für Kinder lebensbedrohlich sein.
Manche Autos haben ein eingebautes System, das erkennen soll, ob nach dem Abstellen noch Kinder oder Tiere im Wagen sind, um idealerweise eine Warnkaskade auszulösen, die den Fahrer oder auch Passanten auf die Situation aufmerksam macht. Der ADAC hat in einer Studie vier Modelle unterschiedlicher Hersteller getestet.
Test: 4 Modelle, zwei Systeme
Zwei unterschiedliche Child Presence Detection-Systeme zur Erkennung gibt es derzeit, um Lebewesen im Innenraum eines Autos zu erkennen: Die indirekten überprüfen eine Kombination aus Gurtschlossstatus, Sitzbelegung und Türöffnungen. Im Test war ein Fahrzeug damit ausgestattet. Direkte Systeme wie bei den anderen drei Fahrzeugen sollen per Radar Bewegungen, etwa durch Atmung, erkennen.
Getestet wurden mit Dummys unterschiedliche Szenarien: Eine Babyschale mit Isofix und eine angegurtete Babyschale, jeweils mit einem Neugeborenen, sowie ein einjähriges Kind im Isofix-Kindersitz. Überprüft wurde auch, ob das System einen Hund auf der Rückbank erkennt.
Ergebnis: Schlafende Säuglinge nicht immer sicher erkannt
Nur das indirekte System warnte in allen Fällen. Es erkannte aber nicht sicher, ob sich auf der Rückbank tatsächlich ein Kind befand. Gewarnt wurde nur über das Zentraldisplay und ohne weitere optische oder akustische Signale.
Von den direkten Systemen erkannte keines das Neugeborene in der Isofix-Babyschale, obwohl der verwendete Dummy selbst Atembewegungen nachahmte, so der ADAC. In den meisten anderen Szenarien funktionierten sie zuverlässig, indem sie nach einer gewissen Zeit den Warnblinker einschalteten. Zwei der Testwagen alarmierten zusätzlich per Hupe oder Alarmanlage. Ein Fahrzeug informierte außerdem mit einer gut sichtbaren Meldung im Zentraldisplay Passanten über die mögliche Gefahr. Je nach Konfiguration sind auch Warnungen über eine Smartphone-App möglich.
Fazit: Unterstützung, aber kein Ersatz für menschliche Verantwortung
Fazit des Automobilclubs: Die direkt messenden Systeme hätten „das größere Potenzial“, weil sie nicht auf indirekte Rückschlüsse aus Türkontakten, Sitzbelegung oder Gurtschlosszuständen angewiesen sind. Generell unterstütze man Child Presence Detection-Systeme als eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme zum Schutz von Kindern, sie seien aber kein Ersatz für die Verantwortung von Eltern und Betreuungspersonen. Babys, Kinder und Tiere sollten bei Wärme niemals allein im Auto gelassen werden, warnt der ADAC, auch nicht für vermeintlich kurze Momente.
App-Alarm kann helfen: Im Test warnten einige Fahrzeuge mit Blinkern, Hupe oder Hinweis auf dem Handy – trotzdem gilt: Kinder und Tiere bei Wärme niemals im Auto lassen.Mark von Nordheim/ADAC/ABGEDREHT/dpa-tmn
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