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Hirnhautentzündung: Richtig handeln bei Verdacht

Fieber und Kopfschmerzen? Das kann eine Grippe sein, aber auch Meningitis. Warum es darauf ankommt, den Auslöser zu kennen, und eine schnelle Behandlung lebenswichtig sein kann.

Von dpa

19.03.2026

Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit oder Bewusstseinsstörungen können unter anderem ein Anzeichen für eine Hirnhautentzündung sein.picture alliance/dpa

Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit oder Bewusstseinsstörungen können unter anderem ein Anzeichen für eine Hirnhautentzündung sein.picture alliance/dpa

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Der Ausbruch in Südengland hat Schlagzeilen gemacht: In Kent sind zwei Menschen an den Folgen einer Meningitis-Erkrankung gestorben, Hunderte werden vorsorglich mit Antibiotika behandelt. Inzwischen liegt auch ein Rückkehrer aus Kent in Frankreich im Krankenhaus, Zustand stabil. Doch was genau ist Meningitis - und wann muss man sich Sorgen machen?

Was ist Meningitis - und was sind die Auslöser?

Meningitis ist eine Entzündung der Hirnhäute, also der Hüllen, die Gehirn und Rückenmark umgeben. Die meisten Fälle werden durch virale Infektionen, etwa mit Herpes, Grippe oder Covid verursacht, aber auch durch Bakterien und andere Erreger. 

Viele Erreger werden durch Tröpfcheninfektion übertragen - also Husten, Niesen oder auch Küssen. Man kann sich anstecken, wenn man sie einatmet. Die Erreger siedeln sich meist zuerst in den Schleimhäuten des Nasen-Rachenraums an, dringen in Blutgefäße ein und gelangen über die Blutbahn an die Hirnhäute. 

Wer ist besonders anfällig für Meningitis?

Vor allem Säuglinge, Kleinkinder und sehr alte Menschen sind anfällig für eine Meningitis. Weitere Risikofaktoren sind unter anderem chronische Grunderkrankungen, Nasennebenhöhlen- oder Mittelohrentzündung, so das Gesundheitsportal gesund.bund.de des Gesundheitsministeriums.

Was macht eine Meningitis gefährlich?

Der Verlauf einer Meningitis hängt von der Ursache sowie dem Alter und den Abwehrkräften der erkrankten Person ab. 

Viral ausgelöste Hirnhautentzündungen verlaufen in der Regel mild, so das Gesundheitsportal.

Sind Bakterien wie Meningokokken oder Pneumokokken die Auslöser, kann eine Meningitis „manchmal sehr plötzlich beginnen, sich rasch verschlechtern und schnell zum Tod führen“. Häufig greifen die Bakterien auch das Gehirn direkt an und lösen dort eine Meningoenzephalitis aus.

Was sind Symptome für eine Meningitis?

Zu den typischen Anzeichen zählen:

  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Nackensteife (Meningismus)
  • Bewusstseinsstörungen (etwa Benommen- und Verwirrtheit)

Außerdem können auftreten:

  • Lichtempfindlichkeit
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Durchfall

Auch Hautveränderungen können Hinweise auf den Erreger geben, bei Pneumokokken-Bakterien etwa Bläschen.

Was tun bei Verdacht auf Meningitis?

Besteht der Verdacht auf eine Meningitis, sollte man sofort ein Krankenhaus aufsuchen - das gilt besonders für kleine Kinder und ältere Menschen. 

Um schwere Verläufe zu verhindern, ist eine möglichst rasche Diagnose wichtig. Hierfür stellen Ärztinnen und Ärzte Fragen, um mögliche Auslöser einzugrenzen, und entnehmen danach Blut. Entscheidend für die Diagnose ist der Nachweis der Entzündung und oft auch der Erreger aus dem Nervenwasser, das mit einer Lumbalpunktion entnommen wird.

Eine bakterielle Meningitis ist ein Notfall, der meist auf einer Intensivstation behandelt werden muss.

Wie häufig ist Meningitis?

Bis zu 20 von 100.000 Menschen in Deutschland erkranken an einer durch Viren ausgelösten Meningitis.

An der gefährlicheren bakteriellen Meningitis erkrankt in Deutschland jedes Jahr weniger als eine von 100.000 Personen.

In Kent wurden die Fälle durch Meningokokken der Untergruppe B verursacht - Laut RKI wurden in Deutschland in den Jahren 2023 bis 2025 jeweils über 100 Meningokokken-B-Fälle registriert, 2026 bislang über 20. 

Wie kann man sich vor Meningitis schützen?

Gegen einige Meningitis-Erreger gibt es Impfungen, die einer Hirnhautentzündung vorbeugen, darunter Pneumokokken, Masern, Mumps und Windpocken. Sie sind in Deutschland Bestandteil der Kinderschutzimpfungen, die von der Ständigen Impfkommission (Stiko) empfohlen werden. 

Seit kurzem empfiehlt die Stiko eine Impfung gegen die Meningokokken-Untergruppen A, C, W und Y für Kinder zwischen 12 und 14 Jahren; ein entsprechender Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses ist jüngst in Kraft getreten. 

Da Jugendliche und junge Erwachsene mit einer Besiedelung von bis zu 20 Prozent als Hauptträger gelten, soll die Impfung dieser Altersgruppe neben dem individuellen Schutz auch zu indirekten Effekten in allen Altersgruppen führen, so das RKI.

Für Säuglinge ab zwei Monaten gilt bereits seit Januar 2024 die Empfehlung zur Impfung gegen Meningokokken B.

Eine Impfung gegen Meningokokken wird für Kinder im Alter von 12 bis 14 Jahren empfohlen. Fabian Sommer/dpa

Eine Impfung gegen Meningokokken wird für Kinder im Alter von 12 bis 14 Jahren empfohlen. Fabian Sommer/dpa

© Fabian Sommer/dpa

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