Gefangenenbefreiung in Essen: Beamter drückte wohl ab
Bei der Befreiung eines Untersuchungshäftlings in Essen hat ein Justizbeamter nach derzeitigem Ermittlungsstand wohl versucht, zu schießen. Ein Schuss fiel aber nicht.
Der Mantrailer-Suchhund der Polizei riecht am Tatort in der Essener Innenstadt an einer Geruchsprobe.Christoph Reichwein/dpa
© Christoph Reichwein/dpa
Bei der gewaltsamen Befreiung eines Häftlings in der Essener Innenstadt hat laut derzeitigem Ermittlungsstand einer der beiden begleitenden Justizvollzugsbeamten nach dpa-Informationen den Abzug seiner Dienstwaffe betätigt. Ein Schuss fiel aber nicht, da die Waffe vermutlich nicht durchgeladen war. Die Ermittlungen dauern an, die Angaben sind deshalb vorläufig.
Nach dpa-Informationen hatten die beiden Beamten den an Händen und Füßen gefesselten 34-Jährigen am Mittwoch zu einem lange geplanten Arzttermin am Kennedyplatz gebracht. Beim Betreten des Treppenhauses habe ein maskierter Täter sie mit einer Schusswaffe bedroht. Hinter den Beamten sei eine zweite maskierte Person aufgetaucht.
Als einer der Beamten seine Waffe zog und abdrückte, schlug ihm einer der Täter die Waffe den Erkenntnissen zufolge aus der Hand. Anschließend seien beide Beamte an das Treppengeländer gefesselt worden. Die Täter hätten die Fesseln des Häftlings mit einem Schlüssel geöffnet, danach seien alle drei zu Fuß geflüchtet. Die Dienstwaffe des Beamten sei am Tatort geblieben.