Panorama

Freifahrt und Bürgerfest - Wuppertal feiert die Schwebebahn

Betriebsstart ohne Brimborium. Vor 125 Jahren startete die Schwebebahn im Tal der Wupper in einer Zeit des rasanten Wachstums. Zum Jubiläum haben die Stadtwerke und die Stadt Wuppertal einiges vor.

Von Volker Danisch, dpa

28.02.2026

Die Schwebebahn fährt im Februar 1951 über der Wupper.picture alliance / dpa

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Die einzigartige Wuppertaler Schwebebahn hat vor 125 Jahren ohne Brimborium und zur Überraschung der Menschen ihren Betrieb aufgenommen. Keine Ankündigung, keine Einweihungsfeier, kein symbolischer Knopfdruck oder Banddurchschneiden mit großem Bahnhof. Zum Jubiläum können Fahrgäste am Samstag (28. Februar) und Sonntag (1. März) kostenlos mit der Schwebebahn fahren. Die Wuppertaler Stadtwerke werden im Unterschied zu anderen Nahverkehrsbetrieben nicht bestreikt. Für den Spätsommer ist ein Bürgerfest geplant. 

Die Schwebebahn ist das Herzstück des Nahverkehrs in Wuppertal. (Archivbild) Federico Gambarini/dpa

Die Schwebebahn ist das Herzstück des Nahverkehrs in Wuppertal. (Archivbild) Federico Gambarini/dpa

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„Die Schwebebahn ist ohne Sang und Klang heute Morgen dem Verkehr freigegeben worden“, berichtete die „Barmener Zeitung und Handelsblatt“ zum 1. März 1901. Der allererste Wagen war demnach nur mit ein paar Personen besetzt, „weil das Publikum gar keine Ahnung von der Eröffnung hatte“. Das änderte sich im Tagesverlauf aber, viele Menschen mussten warten. „Einmal wurde das Gedränge so stark, daß eine große Scheibe eingedrückt wurde“. 

Herzstück des öffentlichen Nahverkehrs mit über 80.000 täglichen Fahrgästen, denkmalgeschütztes Wahrzeichen mit etwa so vielen verbauten Gerüstnieten wie im Eiffelturm und Magnet für schätzungsweise Hunderttausende Touristen aus aller Welt: Die Schwebebahn ist nicht nur das zentrale Verkehrsmittel für die rund 365.000 Einwohner zählende Stadt. „Unsere Schwebebahn ist die Seele unserer Stadt“, sagte Oberbürgermeisterin Miriam Scherff (SPD) kürzlich. 

Schwebebahnwagen stehen im Depot in Vohwinkel. Links ein Wagen der ersten Baureihe 1900. Rechts die aktuelle Generation der Fahrzeuge. Federico Gambarini/dpa

Schwebebahnwagen stehen im Depot in Vohwinkel. Links ein Wagen der ersten Baureihe 1900. Rechts die aktuelle Generation der Fahrzeuge. Federico Gambarini/dpa

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Die Schwebebahn entstand in einer Zeit des rasanten Wachstums im Wuppertal und ist einige Jahre älter als die spätere Stadt Wuppertal. Wenn man Elberfeld und Barmen zusammenzählt, war es die achtgrößte Stadt im Deutschen Kaiserreich knapp hinter Köln und deutlich vor Düsseldorf oder auch Essen, wie Juniorprofessorin Anne Sophie Overkamp von der Bergischen Universität Wuppertal erklärt. Die Bevölkerung wuchs von 1880 bis 1900 um 100.000 auf fast 300.000 Einwohner. 

Die Schwebebahn hat 20 Haltestellen. Die Form der Station Landgericht ist dem bergischen Fachwerk nachempfunden. (Archivbild)Oliver Berg/dpa

Die Schwebebahn hat 20 Haltestellen. Die Form der Station Landgericht ist dem bergischen Fachwerk nachempfunden. (Archivbild)Oliver Berg/dpa

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„Das war eine Zeit, in der man Stadtmobilität neu denken musste“, sagt Martin Bang, Geschäftsführer von Wuppertal Marketing. Angesichts des engen Tals, verstopfter Straßen, eines felsigen Untergrunds und der Hochwassergefahr fiel die Wahl auf das neuartige Schwebebahnsystem des Kölner Ingenieurs und Fabrikanten Eugen Langen. Die letztlich gut 13 Kilometer lange Trasse verläuft zumeist über der Wupper, an deren Ufer die Stützen für den Fahrweg stehen. 

Große Teile der Schwebebahn-Trasse verlaufen über der Wupper. Als Vorteil gilt dabei, dass die elektrisch betriebene Hängebahn so Staus und Abgase reduziere. (Archivbild)Federico Gambarini/dpa

Große Teile der Schwebebahn-Trasse verlaufen über der Wupper. Als Vorteil gilt dabei, dass die elektrisch betriebene Hängebahn so Staus und Abgase reduziere. (Archivbild)Federico Gambarini/dpa

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Die ersten Passagiere der Schwebebahn waren Kaiser Wilhelm II. und seine Gemahlin Auguste Viktoria bei einer Testfahrt am 24. Oktober 1900 Monate vor der Eröffnung. Der sogenannte Kaiserwagen soll ab Mai 2026 nach jahrelangem und millionenschwerem Umbau für Sonderfahrten wie Hochzeiten bereitstehen. Genau genommen sind es die Wagen 5 und 22 der ersten Baureihe 1900. Ob der Monarch mit einem der beiden Wagen gefahren ist, ist nicht verbürgt. 

Der sogenannte Kaiserwagen der Wuppertaler Schwebebahn. Er kommt für Sonderfahrten wie Hochzeiten zum Einsatz. (Archivbild)Horst Ossinger/dpa

Der sogenannte Kaiserwagen der Wuppertaler Schwebebahn. Er kommt für Sonderfahrten wie Hochzeiten zum Einsatz. (Archivbild)Horst Ossinger/dpa

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Gefeiert wurde im Jahr 1901 doch noch im Mai zur Freigabe eines weiteren Teilabschnittes. Die Bau- und Betriebsgesellschaft arrangierte eine größere Festlichkeit für geladene Gäste, wie die „Barmer Zeitung und Handelsblatt“ berichtete. Der Gastgeber ging in seinem Vortrag auf mögliche Projekte für elektrische Schnellbahnen ein, „wobei er dem Schwebebahnsystem gegenüber dem Standbahnsystem für eine Bahn Berlin-Hamburg den Vorzug gab“. 

Nachkommen und Verwandte des Schwebebahn-Erfinders Eugen Langen sitzen im sogenannten Kaiserwagen der Schwebebahn. Etliche Familienmitglieder nutzen die Schwebebahn noch heute. Am 1. März 1901 ging in Wuppertal die Schwebebahn in Betrieb. (Archivbild)Federico Gambarini/dpa

Nachkommen und Verwandte des Schwebebahn-Erfinders Eugen Langen sitzen im sogenannten Kaiserwagen der Schwebebahn. Etliche Familienmitglieder nutzen die Schwebebahn noch heute. Am 1. März 1901 ging in Wuppertal die Schwebebahn in Betrieb. (Archivbild)Federico Gambarini/dpa

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Hoffnungen auf solche Folgeprojekte für das System von Eugen Langen, der fünfeinhalb Jahre vor der Inbetriebnahme der Schwebebahn starb, erfüllten sich nicht. In den europäischen Metropolen rückten U-Bahnen in den Fokus, auch in Berlin. Nach dem System Langen ging in Dresden am 6. Mai 1901 eine Bergbahn in Betrieb, mehr Projekte wurden nicht umgesetzt. So war auch eine Reise eines Langen-Nachfahrens nach Rio mit Ziel Zuckerhut nicht erfolgreich. 

 

Gina Althoff, Enkelin des damaligen Zirkusdirektors Franz Althoff, hat als Dauerleihgabe an das Schwebebahn-Museum Schwebodrom ein Fotoalbum übergeben. In der Ausstellung wird Bezug auf den jungen Zirkuselefanten Tuffi genommen, der 1950 bei einer Werbefahrt in Panik geriet und in die Wupper stürzte. (Archivbild)Volker Danisch/dpa

Gina Althoff, Enkelin des damaligen Zirkusdirektors Franz Althoff, hat als Dauerleihgabe an das Schwebebahn-Museum Schwebodrom ein Fotoalbum übergeben. In der Ausstellung wird Bezug auf den jungen Zirkuselefanten Tuffi genommen, der 1950 bei einer Werbefahrt in Panik geriet und in die Wupper stürzte. (Archivbild)Volker Danisch/dpa

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Das Schwebebahn-Museum Schwebodrom, das auch eine Zeitreise durch die Mobilitätsgeschichte und die Stadtentwicklung bietet, besuchten seit der Eröffnung im Oktober 2023 etwa 100.000 Gäste. Ein fester Bestandteil der Ausstellung ist der unglaubliche Sturz des Elefanten Tuffi am 21. Juli 1950 aus der fahrenden Schwebebahn in die Wupper. Das junge Zirkustier war bei einer Werbefahrt in Panik geraten. Es überlebte den Fall aus etwa zehn Metern Höhe.

Der abgestürzte Zug der Wuppertaler Schwebebahn im Wuppertaler Stadtteil liegt am 12. April 1999 im Fluss.  Oliver Multhaup/dpa

Der abgestürzte Zug der Wuppertaler Schwebebahn im Wuppertaler Stadtteil liegt am 12. April 1999 im Fluss. Oliver Multhaup/dpa

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Bis zum 12. April 1999 hatte die Wuppertaler Schwebebahn den Ruf als das sicherste Verkehrsmittel der Welt. Bei Bauarbeiten am Gleis wurde eine 100 Kilogramm schwere Eisenkralle vergessen. Der Frühzug entgleiste und stürzte acht Meter tief in die Wupper. Fünf Menschen starben, 47 wurden verletzt.

Vor Schwebebahn-Fahrzeugen der ältesten und jüngsten Generation stehen in Wuppertal Nachkommen und Verwandte des Schwebebahn-Erfinders Eugen Langen.Federico Gambarini/dpa

Vor Schwebebahn-Fahrzeugen der ältesten und jüngsten Generation stehen in Wuppertal Nachkommen und Verwandte des Schwebebahn-Erfinders Eugen Langen.Federico Gambarini/dpa

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Ein Wagen der Schwebebahn fährt über dem Wuppertaler Straßenverkehr.Federico Gambarini/dpa

Ein Wagen der Schwebebahn fährt über dem Wuppertaler Straßenverkehr.Federico Gambarini/dpa

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Der Führerstand des sogenannten Kaiserwagens der Schwebebahn, der in der Werkstatt steht. (Archivbild)Federico Gambarini/dpa

Der Führerstand des sogenannten Kaiserwagens der Schwebebahn, der in der Werkstatt steht. (Archivbild)Federico Gambarini/dpa

© Federico Gambarini/dpa

Vor mehr als 75 Jahren stürzte der kleine Elefant Tuffi aus einem Wagen der Schwebebahn in die Wupper (Archivbild). Der Tuffi-Stein erinnert daran.Federico Gambarini/dpa

Vor mehr als 75 Jahren stürzte der kleine Elefant Tuffi aus einem Wagen der Schwebebahn in die Wupper (Archivbild). Der Tuffi-Stein erinnert daran.Federico Gambarini/dpa

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Tuffi-Stein: An den Sturz des kleinen Elefanten Tuffi aus der Wuppertaler Schwebebahn vor mehr als 75 Jahren erinnert an der Stelle eine Skulptur in der Wupper. (Archivbild) Federico Gambarini/dpa

Tuffi-Stein: An den Sturz des kleinen Elefanten Tuffi aus der Wuppertaler Schwebebahn vor mehr als 75 Jahren erinnert an der Stelle eine Skulptur in der Wupper. (Archivbild) Federico Gambarini/dpa

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Die 1901 gebaute Schwebebahn fährt zum Dresdner Stadtteil Oberloschwitz über einer Straße an einem Warnschild vorbei. (Archivbild)Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Die 1901 gebaute Schwebebahn fährt zum Dresdner Stadtteil Oberloschwitz über einer Straße an einem Warnschild vorbei. (Archivbild)Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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Blick auf die Schwebebahn in Dresden. Im Hintergrund ist die Brücke „Blaues Wunder“ zu sehen. (Archivbild)Robert Michael/dpa-Zentralbild/ZB

Blick auf die Schwebebahn in Dresden. Im Hintergrund ist die Brücke „Blaues Wunder“ zu sehen. (Archivbild)Robert Michael/dpa-Zentralbild/ZB

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Die Schwebebahn fährt in einigen Abschnitten über Straßen. (Archivbild)Federico Gambarini/dpa

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