Drogen, Waffen und Luxusuhren bei JVA-Beamten entdeckt
Neun Handys, Bargeld, Cannabis und mehrere Luxusuhren fanden Ermittler in der Wohnung eines JVA-Beamten aus Essen. Häftlinge hatten ihn zuvor belastet.
Der Beamte aus der JVA Essen sitzt in Untersuchungshaft. (Archivbild)Christoph Reichwein/dpa
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Knapp eine Woche nach der Festnahme eines Beschäftigten der JVA Essen werden neue Details bekannt: Laut einem Bericht des Justizministeriums für den Landtag fand man bei der Durchsuchung der Wohnung des Beamten neun Handys, Drogen, Waffen und mehrere offensichtliche Luxus-Uhren. Häftlinge hatten den Mann zuvor belastet.
Wie Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) in seinem Bericht schreibt, gab es schon seit September Ermittlungen wegen möglicher Korruption in der JVA Essen. Nach der gewaltsamen Befreiung eines Insassen bei einem Arztbesuch hätten sich dann drei ehemalige Essener Häftlinge - inzwischen in der JVA Hagen inhaftiert - gemeldet und zu dem Vollzugsbeamten ausgesagt.
Beamter führte verdächtiges Luxusleben
Der Beamte, so die Häftlinge, sei bei der Befreiung vor der Praxis eines Radiologen und einem früheren bislang unbekannten Fluchtversuch beteiligt gewesen. Außerdem schmuggele er Gegenstände in die JVA. Die Hilfe bei der Flucht ließ sich laut Limbach bislang zwar nicht erhärten, dafür gebe es viele Indizien für Korruption - unter anderem Bargeldeinzahlungen über 40.000 Euro und ein „über seine Verhältnisse hinausgehendes“ Leben des Beamten.
Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fand man „zwei Rolex-Uhren, zwei Omega-Uhren, eine Tissot Uhr nebst den dazugehörigen Kartons so wie einen Armreif der Firma „Cartier““, heißt es in dem Bericht. Ob das alles Originale seien, werde noch ermittelt.
Zudem lagen in der Wohnung 3.725 Euro Bargeld, neun Mobiltelefone, drei Schlagringe, ein Butterflymesser, ein Einhandmesser, ein kleinerer Block Haschisch sowie sechs Einmachgläser mit Cannabis. Neben Bestechlichkeit wird daher auch wegen Drogen und Waffenbesitz gegen den JVA-Bediensteten ermittelt. Seine Frau wird wegen Geldwäsche ebenfalls als Beschuldigte geführt.