Angriff auf Zugbegleiter – „Ärzte kämpfen um sein Leben“
Ein Fahrgast kann in einem Regionalzug keinen Fahrschein vorweisen. Dann eskaliert die Situation. Nun ermittelt die Polizei wegen des Verdachts des versuchten Totschlags.
Die Polizei nahm den Angreifer fest. (Symbolbild)Katharina Kausche/dpa
© Katharina Kausche/dpa
Bei einer Ticketkontrolle in einem Regionalexpress ist ein Zugbegleiter im Kreis Kaiserslautern lebensgefährlich verletzt worden. Nach Angaben der Polizei griff ein 26 Jahre alter Mann den 36-jährigen Mitarbeiter der Deutschen Bahn (DB) am Montagabend an, als der Zug gerade den rheinland-pfälzischen Bahnhof Landstuhl verließ.
Da der 26-Jährige keinen Fahrschein vorzeigen konnte, sollte er des Zuges verwiesen werden – daraufhin kam es laut Polizei zum Angriff. Der Zugbegleiter musste demnach vor Ort reanimiert werden. Fahrgäste leisteten Erste Hilfe und alarmierten die Polizei.
Der lebensgefährlich Verletzte wurde in ein Krankenhaus gebracht. Einsatzkräfte der Landespolizei des Saarlandes und der Bundespolizei nahmen den Tatverdächtigen fest. Die Kriminaldirektion Kaiserslautern ermittelt zu den Hintergründen des Geschehens und zum Tatablauf - wegen des Verdachts des versuchten Totschlags.
DB-Chefin: Hemmschwelle für Gewalt sinkt
Die DB-Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla zeigte sich in einer Mitteilung, die sie auf der Plattform LinkedIn veröffentlichte, entsetzt über die Gewalttat. Der Kollege habe nur seinen Job gemacht und sei dabei „auf brutalste Weise“ angegriffen worden. „Er liegt aktuell im Krankenhaus, die Ärzte kämpfen um sein Leben“, schrieb Palla. Ihre Gedanken seien bei seinen Angehörigen. „Ich danke dem Bundeswehrsoldaten, der auf dem Zug erste Hilfe geleistet hat, sowie der Bundespolizei und den Ärzten für ihr schnelles Handeln und ihren Einsatz.“
DB-Chefin Evelyn Palla ist entsetzt über den Angriff. (Archivbild)Hannes P Albert/dpa
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Palla schreibt, dass die Zahl von Übergriffen auf DB-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steigen würden. „Die Hemmschwelle für Gewalt in unserer Gesellschaft sinkt.“ Zusammen mit Arbeitnehmervertretern und Partnern müsse mehr zum Schutz der Kolleginnen und Kollegen getan werden. „Taten wie diese müssen uns alle wach rütteln“, so Palla.