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Wirtschafts-Gipfeltreffen in Kiel mit Aufruf zum Optimismus

Bei einem Gipfel in Kiel wirbt Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen für einen anderen Blick auf die Lage in Deutschland. Warum er trotz Krisenmeldungen mehr Zuversicht fordert.

Von dpa

26.10.2026

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Madsen wirbt für mehr Optimismus im LandFrank Molter/dpa

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Madsen wirbt für mehr Optimismus im LandFrank Molter/dpa

© Frank Molter/dpa

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen wirbt für einen positiveren Blick auf Deutschland. Ein großer Teil der Weltbevölkerung würde mit Blick auf die deutschen Lebensstandards sofort mit den Menschen hierzulande tauschen, meinte Madsen. Das ist aus Sicht des CDU-Politikers mit deutschem und dänischem Pass ein Grund zu Optimismus. Aber: „Wir haben nichts Besseres zu tun, als uns zu erzählen, wie schlimm hier alles ist“, sagte Madsen bei einem Wachstums- und Innovationsgipfel auf dem Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff Flow“ in Kiel.

Madsen: Gegenseitiges Schlechtreden schadet 

Daran seien auch die Politiker schuld, die sich gegenseitig schlecht machen. „Dann sagen wir ja Bürgerinnen und Bürgern, ihr müsst euch unter den Vollidioten entscheiden. Das ist, glaube ich, kein guter Ansatz.“ Politiker sollten stärker herausstellen, wofür man steht, was man gut kann. „Damit die Menschen eine Wahl zwischen etwas Gutem haben.“ Die Extremen profitierten davon, dass nicht das Positive nach vorn gestellt werde.

Im Landtag diskutiere man über die höchste Zahl von Insolvenzen, dabei gebe es gleichzeitig die höchste Zahl von Neugründungen, die höchste Zahl an Beschäftigten, eine im Vergleich der Bundesländer sehr niedrige Arbeitslosigkeit und überdurchschnittliches Wachstum. Madsen plädierte dafür, im übertragenen Sinn nicht nur die Löcher im Käse zu sehen, sondern auch den Käse drumherum.

TUI-Chef Ebel für Abbau von Bürokratie

Einig war er sich mit dem Vorstandschef der TUI Group, Sebastian Ebel, und Digitalisierungsminister Dirk Schrödter (CDU), dass die Bürokratie in Deutschland drastisch reduziert werden müsse. Seinen Kollegen und ihm falle eine „überbordende Bürokratie“ auf, sagte Ebel. Er nannte hier das deutsche Steuersystem als Negativbeispiel. Viele Menschen in Unternehmen müssten sich auch um Themen wie Plastiksteuer kümmern, „ohne Wertschöpfung“.

Schleswig-Holstein kommt bei Digitalisierung voran 

Schrödter sagte, Deutschland sei bei der Digitalisierung auf dem Weg. Auf dem Service-Portal des Landes Schleswig-Holstein seien 1.500 Onlinedienste verfügbar. Eine Baugenehmigung für eine Windkraftanlage etwa könne nur noch digital beantragt werden. „So kommen wir Stück für Stück an dieser Stelle voran.“

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