Wiedersehen mit Kohfeldt? Werder will nächsten Schritt
Die Erleichterung ist groß bei Werder Bremen nach dem Sieg gegen Heidenheim. In Berlin folgt am Sonntag das nächste wichtige Spiel. Denn am Ende der Saison droht ein pikantes Szenario.
Schon einmal Gegner in der zweiten Liga: Der neue Werder-Trainer Daniel Thioune und der frühere Werder-Trainer Florian Kohfeldt (r). Roland Weihrauch/dpa
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Werder Bremen ist aktuell Tabellen-16. der Fußball-Bundesliga, Darmstadt 98 steht in Liga zwei auf Platz drei. Sollte das auch nach dem 34. Spieltag so sein, würden die Bremer in der Relegation auf ihren ehemaligen Trainer Florian Kohfeldt treffen. „Als Privatmensch wäre dies das Allerschlimmste, was passieren könnte“, sagte der Trainer der Darmstädter der „Süddeutschen Zeitung“. „Wobei ich natürlich hoffe, dass sich Werder schnell aus dieser bedrohlichen Zone entfernt.“
Diese Hoffnung aller Werder-Fans ist nach dem erlösenden 2:0-Sieg gegen den 1. FC Heidenheim wieder etwas größer geworden. Im nächsten Spiel bei Union Berlin (Sonntag, 17.30 Uhr/DAZN) haben die Bremer nun die Chance, ein weiteres Team in den Abstiegskampf hineinzuziehen. Sechs Punkte trennen beide Teams in der Tabelle nur noch.
„Wir hatten am vergangenen Samstag ein Erlebnis, dass wir uns alle gewünscht haben: die Zuschauer, die Fans und die Mannschaft natürlich auch“, sagte Werder-Trainer Daniel Thioune. „Aber wir haben gar nichts erreicht, sondern nur ein wenig den Durst gestillt, dass wir unbedingt wieder ein Fußballspiel gewinnen wollten und unbedingt ein Fußballspiel gewinnen mussten.“ Freude und Erleichterung seien groß gewesen, meinte Thioune. „Aber Anspruch und Erwartungshaltung sind jetzt noch ein Stück weit größer.“
Angeschlagen: Werder-Stürmer Jovan Milosevic.Carmen Jaspersen/dpa
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Milosevic-Ausfall droht
Thiounes Vorteil ist, dass er seine Spielvorbereitung in dieser Woche nicht komplett verändern muss. Denn Heidenheim und Union ähneln sich in der Spielanlage sehr: viel Körpereinsatz, viele lange Bälle, dazu in beiden Teams jeweils ein Ex-Bremer mit viel Tempo an vorderster Front: Bei Heidenheim war das Eren Dinkci, bei den Berlinern ist dies am Sonntag Oliver Burke.
Thiounes Problem bleibt jedoch die unverändert hohe Zahl verletzter Spieler. Sieben Profis werden mit Amos Pieper, Felix Agu, Karim Coulibaly, Maximilian Wöber, Victor Boniface, Mitchell Weiser und Samuel Mbangula definitiv fehlen. Der Einsatz des neuen Mittelstürmers Jovan Milosevic ist wegen einer Rückenprellung ebenfalls noch fraglich.
„Eine Restchance gibt es auf jeden Fall noch“, sagte Thioune über den Torschützen des Heidenheim-Spiels. „Aber er ist am letzten Wochenende sehr böse gefallen und auf den Rücken geknallt. Er hat immer noch unfassbare Schmerzen und bis heute nicht trainiert. Im besten Fall setzen wir ihn erstmal in den Bus, nehmen ihn mit und werden dann spätestens am Sonntagnachmittag entscheiden, ob er einsatzfähig ist oder nicht.“