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Wie der Kohlebrand bei Meuselwitz eingedämmt werden soll

Es brennt auf einem ehemaligen Kohlebergbaugelände beim thüringischen Meuselwitz nahe Sachsen-Anhalt und Sachsen seit vielen Tagen. Wie es mit der Brandbekämpfung weitergehen soll.

Von dpa

27.07.2026

Der Brand auf der ehemaligen Tagebaufläche soll nun abgedeckt werden. (Archivbild)Bodo Schackow/dpa

Der Brand auf der ehemaligen Tagebaufläche soll nun abgedeckt werden. (Archivbild)Bodo Schackow/dpa

© Bodo Schackow/dpa

Der unterirdische Schwelbrand auf einem ehemaligen Kohlebergbaugelände beim thüringischen Meuselwitz ist auch nach einem Monat nicht gelöscht. Die Arbeiten auf der etwa acht Hektar umfassenden Fläche dauerten an und können noch Jahre dauern, teilte die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau- Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) mit. Klar seien nun aber die nächsten Schritte, die Jahre in Anspruch nehmen werden. 

Der Schwelbrand liegt im Altenburger Land in der Nähe der Landesgrenze zu Sachsen und Sachsen-Anhalt. Der Rauch verursacht laut LMBV weiterhin erhebliche Geruchsbelästigungen. 

Arbeiten können drei Jahre dauern 

Zunächst müsse der Schwelbrand im Boden eingedämmt werden - dann solle der betroffene Bereich dauerhaft mit einer mächtigen Erdschicht abgedeckt werden, erklärte das Unternehmen. Für alle Arbeiten werde ein Zeitraum von rund drei Jahren veranschlagt. Derzeit würden sich immer wieder neue Brandnester in den Kohleresten im Boden bilden. 

„Die größten Herausforderungen bleiben die eingeschränkte Wasserverfügbarkeit sowie der Umstand, dass die Brandfläche aufgrund ihrer Beschaffenheit nicht betreten werden kann“, so ein Sprecher. Um ein Übergreifen auf Bäume und Sträucher zu verhindern, sei die Brandschutzschneise inzwischen auf 30 Meter verbreitert worden. Die Ränder würden mit einem Sprenkler-System bewässert. 

Täglich erfolge die Überwachung auch mit Drohnen und Wärmebildkameras aus der Luft. Messungen und Luftanalysen erfolgten regelmäßig direkt am Brandherd sowie im Umkreis durchgeführt. 

Rohrleitungen müssen gebaut werden

Im nächsten Schritt soll die Oberfläche über dem Schwelbrand mit rund 200.000 Kubikmetern Wasser aus dem Restloch Zipsendorf befeuchtet werden. Danach werde dauerhaft eine etwa zwei Meter dicke Erdschicht aufgebracht - um dem unterirdischen Schwelbrand die Sauerstoffzufuhr abzuschneiden. 

Das übrige Areal des Bergbau-Restlochs bleibe unangetastet und benötige nach derzeitiger Einschätzung keine weiteren Sicherungs- bzw. Sanierungsmaßnahmen, teilte die LMBV mit. Der Rusendorfer See im Altenbruger Land sei von den geplanten Arbeiten nicht betroffen.

Areal einer ehemaligen Brikettfabrik 

Für die Oberflächenbefeuchtung des Brandbereiches werde der Bau von zwei provisorischen Rohrleitungen vom Restloch Zipsendorf bis zum Brandort bei Meuselwitz über eine Strecke von rund vier Kilometern vorbereitet. Die betroffene Grundstückseigentümer hätten bereits ihre Zustimmung erteilt. Zudem sollen zwei etwa 55 Meter tiefe Brunnen auf dem Areal des Restlochs Rusendorf entstehen mit einer Förderleistung von etwa 200 bis 300 Liter Wasser pro Minute. 

Das Areal entstand nach LMBV-Angaben in der Vergangenheit während des Betriebs einer Brikettfabrik. Dort fielen bei der Brikettherstellung große Mengen an sogenannter Kohletrübe an - ein Gemisch aus Wasser, Kohlenstaub und Kohlepartikeln. Es lagerte sich über Jahre in einem Becken ab. Am 27. Juni hatte der Brand zwischen Meuselwitz, Mumsdorf und Falkenhain begonnen - schnell war er oberflächlich gelöscht.

Zeitweise war ein Hubschrauber zur Brandbekämpfung im Einsatz (Archivbild)Bodo Schackow/dpa

Zeitweise war ein Hubschrauber zur Brandbekämpfung im Einsatz (Archivbild)Bodo Schackow/dpa

© Bodo Schackow/dpa

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