Warum Havertz „ein Gespenst“ sein will
Kai Havertz ist bei Bundestrainer Nagelsmann gesetzt. Gegen Ecuador könnte der Arsenal-Stürmer zugunsten von Undav eine Pause bekommen. Er verrät sein Erfolgsrezept gegen die Verteidiger.
Bei Nagelsmann gesetzt: Arsenal-Star Havertz. (Archivbild)Tom Weller/dpa
© Tom Weller/dpa
Stürmer Kai Havertz betrachtet den deutschen Tor-Liebling Deniz Undav nicht als Konkurrenten im Kampf um einen Platz in der Startelf. „Überhaupt nicht. Ich schätze es sehr, dass er hier ist. Wir haben Deniz gebraucht, zuletzt gegen die Elfenbeinküste, da hat er uns zum Sieg geschossen“, sagte der 27 Jahre alte Fußball-Nationalspieler in einem Interview der „Zeit“.
Havertz? Undav? Nagelsmanns Optionen
Zum Vorrundenabschluss gegen Ecuador am Donnerstag (22.00 Uhr/ARD und MagentaTV) im Endspielstadion von East Rutherford spricht einiges dafür, dass Havertz eine Pause bekommen könnte. Bringt Bundestrainer Julian Nagelsmann Undav, der zuletzt doppelt beim 2:1 gegen die Elfenbeinküste traf, also in der Startelf? „Wir können ja auch gut zusammenspielen. Ich hinter oder neben ihm. Ich freue mich für jeden Mitspieler, der liefert. Wir sind eine Mannschaft“, sagte Havertz.
Startet Undav (l) gegen Ecuador?Jan Woitas/dpa
© Jan Woitas/dpa
Der Offensivspieler von Champions-League-Finalist FC Arsenal ist bei Nagelsmann gesetzt. Als Vizekapitän hat Havertz auch eine Führungsrolle im Team. „Ich bin keiner, der vor dem Spiel rumschreit. Es gibt bei uns andere, die das Wort führen, Joshua Kimmich, Antonio Rüdiger, auch Pascal Groß“, erklärte er. „Sie sind alle über 30. Ich sehe mich eher in der Altersgruppe von Florian Wirtz und Jamal Musiala. Ich will aber auch in Momenten, in denen es nicht läuft, vorangehen.“
Havertz zieht Vergleich zu Kroos und Gündoğan
Als Spieler in der Premier League steht Havertz bei den deutschen Fans nicht so sehr wie die Bundesliga-Profis im Fokus. Warum er in seiner Heimat unterschätzt werden könne? „Wahrscheinlich, weil ich nicht in der Bundesliga spiele. Auch bei Toni Kroos und Ilkay Gündoğan, die über Jahre im Ausland spielten, war das zeitweise der Fall“, sagte der frühere Leverkusener.
„Über mich heißt es oft: ‚Der Havertz hat wieder kein Tor gemacht! Und wenn ich dann eins schieße, sagt man: Ja, muss er ja auch, wurde aber auch Zeit!‘ Ich nehme das niemandem übel“, ergänzte er. Havertz war im Champions-League-Finale 2021 mit dem FC Chelsea der Siegtorschütze, er traf auch in diesem Jahr für Arsenal gegen Paris Saint-Germain im verlorenen Endspiel.
Auf der Jagd nach Toren hat er seine eigene Strategie. „Die Verteidiger sollen nie wissen, wo ich bin, wohin ich will, was ich vorhabe, wo ich wann sein werde. Das ist für sie am schlimmsten. Ich versuche, für Verteidiger ein Gespenst zu sein“, beschrieb er seinen Spielstil.