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Warnstreiks und Schienenbruch bei S-Bahn treffen Pendler

Busse und Bahnen stehen still: In mehreren hessischen Städten hat der Warnstreik im Nahverkehr begonnen. Pendler in Frankfurt waren zum Start in die Woche gleich doppelt getroffen.

Von dpa

02.02.2026

Stillstand beim Wiesbadener Busunternehmen Eswe Verkehr - laut Gewerkschaft Verdi fuhren am Morgen wegen eines Warnstreiks in der hessischen Landeshauptstadt keine Busse des Unternehmens. Andreas Arnold/dpa

Stillstand beim Wiesbadener Busunternehmen Eswe Verkehr - laut Gewerkschaft Verdi fuhren am Morgen wegen eines Warnstreiks in der hessischen Landeshauptstadt keine Busse des Unternehmens. Andreas Arnold/dpa

© Andreas Arnold/dpa

Viele Pendler in Hessen haben zum Start in die Woche den Warnstreik im Nahverkehr zu spüren bekommen. Betroffen waren am Morgen vor allem die Städte Frankfurt, Kassel und Wiesbaden, wie der für Busse und Bahnen zuständige Verdi-Gewerkschaftssekretär Jochen Koppel sagte. Insgesamt waren nach seinen Worten rund 4.200 Beschäftigte in den Warnstreikaufruf von Verdi einbezogen. 

In Frankfurt blieben demnach mit Beginn der Frühschicht die Straßen- und U-Bahnen in den Depots. Doch auch viele Fahrgäste, die auf die S-Bahn umsteigen wollten, hatten am Morgen Pech: Ein Schienenbruch an der Haltestelle Konstablerwache sorgte für Umleitungen, Verspätungen und Ausfälle, wie die Deutsche Bahn und der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) mitteilten. 

Am Nachmittag waren die Reparaturarbeiten beendet, der Zugverkehr wurde nach Angaben eines Bahnsprechers schrittweise wieder aufgenommen. In der Mainmetropole konnten Fahrgäste immerhin vielerorts auf Alternativen zurückgreifen - etwa auf Busse. „Auch wenn viele Menschen offenbar im Homeoffice tätig sind und so den Nahverkehr entlasten, werden die Busse sehr stark genutzt“, bilanzierte die städtische Nahverkehrsgesellschaft traffiQ. Auf fast allen Linien sei es zu Verspätungen gekommen. 

Stillstand bei städtischen Bussen in Wiesbaden

In Wiesbaden fuhren keine Busse der städtischen Gesellschaft Eswe, und auch in Kassel kam es zum Stillstand auf den Tram- und Buslinien im Stadtgebiet. Auch einige Buslinien und Tram-Strecken ins Kasseler Umland wurden nicht bedient, wie der Nordhessische Verkehrsverbund mitteilte.

Einschränkungen gab es auch in Gießen und Marburg, wenn auch in geringerem Ausmaß. Die jeweiligen Stadtwerke der beiden mittelhessischen Städte hatten zuvor trotz des Warnstreikaufrufs von Verdi mit einem regulären Busverkehr gerechnet. Die Gießener Stadtwerke erklärten, der Aufruf schließe bei dem Tochterunternehmen Mit.Bus GmbH angestellte Fahrer und Fahrerinnen nicht ein. Auch die Stadtwerke Marburg hatten sich auf keine „größeren streikbedingten Auswirkungen“ eingestellt.

Arbeitsbedingungen bei Verhandlungen in Hessen im Fokus

Verdi hatte hessenweit mehrere tausend Beschäftigte von kommunalen Verkehrsbetrieben zu einem ganztägigen Warnstreik ab der Frühschicht aufgerufen. Mit dem Ausstand soll den Forderungen zum Tarifvertrag Nahverkehr (TV-N) Nachdruck verliehen werden.

Die ÖPNV-Verhandlungen werden von Verdi parallel in allen Bundesländern geführt. Es geht in Hessen diesmal nicht um die Gehälter der Beschäftigten, sondern um die Arbeitsbedingungen nach dem Manteltarifvertrag. Am Donnerstag hatte die zweite Verhandlungsrunde in Hessen zwar ein Angebot der Arbeitgeber, aber kein Ergebnis gebracht.

Verhandlungen für Dienstag geplant

Die Arbeitsniederlegungen in Hessen sollten noch bis Dienstschluss andauern, für diesen Dienstag seien dann wieder Verhandlungen mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband geplant, sagte Koppel.

Kritik am Warnstreik kam aus der hessischen Wirtschaft. „Ein zentraler Verkehrsträger unseres Landes wird lahmgelegt. Dies mit gravierenden Folgen für eine Gesellschaft, die auf Mobilität angewiesen ist“, erklärte der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmensverbände, Dirk Pollert. Die Streiks träfen nicht nur Hunderttausende Pendler, sondern beeinträchtigten auch massiv die hessische Wirtschaft. Besonders betroffen sind Berufstätige, Schüler und Studenten, die auf einen funktionierenden Nahverkehr angewiesen seien.

Die Gewerkschaft Verdi hat im öffentlichen Nahverkehr in mehreren hessischen Städten zu einem Warnstreik aufgerufen.Andreas Arnold/dpa

Die Gewerkschaft Verdi hat im öffentlichen Nahverkehr in mehreren hessischen Städten zu einem Warnstreik aufgerufen.Andreas Arnold/dpa

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Bei der Verkehrsgesellschaft Eswe in Wiesbaden halten Streikposten die Stellung.Andreas Arnold/dpa

Bei der Verkehrsgesellschaft Eswe in Wiesbaden halten Streikposten die Stellung.Andreas Arnold/dpa

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