dpa

Lastkahn für Wal-Transport wird in Wismar erwartet

Der Lastkahn für den Transport des Buckelwals vor Poel nähert sich seinem Einsatzort – allerdings mit überschaubarer Geschwindigkeit. So soll es danach weitergehen.

Von dpa

27.04.2026

Der für den Transport des Buckelwals vor Poel gedachte Lastkahn passiert den Nord-Ostsee-Kanal.Bodo Marks/dpa

Der für den Transport des Buckelwals vor Poel gedachte Lastkahn passiert den Nord-Ostsee-Kanal.Bodo Marks/dpa

© Bodo Marks/dpa

Der für den Transport des vor der Insel Poel liegenden Buckelwals vorgesehene Lastkahn wird am Nachmittag in Wismar erwartet. Im dortigen Seehafen soll er nach Aussage des beteiligten Tauchunternehmers Fred Babbel für die Aufnahme des Wals vorbereitet werden. Laut Schiffsortungsdiensten hatte der Schlepper „Robin Hood“, der die sogenannte Barge zieht, am Morgen Fehmarn passiert. Die Geschwindigkeit des Verbands ist nach früheren Aussagen Babbels wegen der Barge begrenzt.

Nach bisherigen Angaben soll der Wal am Dienstag in die Barge aufgenommen und dann samt Wasser lebend Richtung Nordsee transportiert werden. Vom Schubboot „Hans“ geschoben war die Barge in der Nacht zu Montag in Kiel angekommen. Zuvor hatte sie aus der Elbe kommend den Nord-Ostsee-Kanal passiert. In der Ostsee hatte der Schlepper „Robin Hood“ den Lastkahn übernommen.

So soll der Wal verladen werden

Der technische Leiter der privaten Initiative für den Transport des Tiers, Felix Bohnsack, hatte kürzlich das Konzept für den Transport erklärt: Eine solche Barge werde sonst etwa zum Abtransport von Schiffen verwendet. „Die Barge misst insgesamt 50 Meter in Länge, 13 Meter in Breite.“ Sie habe eine Ladekapazität von 400 Tonnen. Durch Wassertanks in den Seiten könne man die Barge absenken und anheben. Im Innenraum biete sie in der Länge etwa 47 Meter und in der Breite etwa 11 Meter Platz. „Die Barge hat insgesamt einen Ladetiefgang von vier Metern.“

Der Abtransport des Wals soll durch eine Rinne erfolgen.Philip Dulian/dpa

Der Abtransport des Wals soll durch eine Rinne erfolgen.Philip Dulian/dpa

© Philip Dulian/dpa

Sie soll durch eine zuvor geschaffen Rinne mit der Ladeöffnung an den Wal herangeführt werden. Unter den Wal soll demnach eine durch ein Netz gehaltene Plane geführt werden. „Es bildet sich erst ein U um den Wal herum, so dass er quasi erstmal nach rechts und links sich nicht wirklich mehr drehen kann. Und dann ziehen wir die Front einmal hoch, damit sich so eine Art Lippe bildet.“ Das solle den Wal daran hindern, nach vorne wegzuschwimmen.

Dreieinhalb Tage bis nach Nord-Dänemark

Er soll dann rückwärts in die Barge eingeladen oder „reingefloatet“ werden, wie Bohnsack sagte – „und das kontrolliert mit der Netzplane.“ Er solle dann später wieder vorwärts herausschwimmen können. Die Ladeöffnung soll offenbleiben und nur mit einem speziellen Netz gesichert werden. Dieses sei sehr engmaschig, damit sich das Tier nicht verletze, so Bohnsack. Zum einen müsse gewährleistet sein, dass das Tier im Notfall schnell freigelassen werden kann. „Und es ist dahingehend auch wichtig, dass immer ein konstanter, gesunder Wasseraustausch für das Tier da ist, dass es nicht im selben Wasser schwebt, mit dem wir es hier eingeladen haben“, erklärte Bohnsack.

Von einem Schiff gezogen soll die Barge samt Wal Fehmarn passieren und bis nach Skagen zum Eingang der Nordsee gebracht werden. Dafür seien dreieinhalb Tage geplant. „Dann werden wir schlussendlich den Zustand des Tieres nochmal bewerten, schauen, wie die Reise überstanden wurde.“ Bohnsack selbst werde das Tier auf der Reise begleiten. Laut Plan sollten aber auch Veterinäre beziehungsweise Wal-Experten mitfahren.

Karte