Vor geplanter Rodung in Darmstadt - Polizei räumt Gelände
Vor der Rodung am Osthang in Darmstadt räumt die Polizei das Gelände. Aktivisten protestieren und fordern: „Osthang bleibt“. Die Stadt will derweil an ihren Plänen für ein Infozentrum festhalten.
Die Polizei ist zur Räumung im Einsatz. (Symbolbild)Karl-Josef Hildenbrand/dpa
© Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Vor einer geplanten Rodung am Osthang im Darmstadt hat die Polizei mit der Räumung des Geländes begonnen. „Wir sind mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort“, sagte ein Sprecher. Es verlaufe aber alles soweit friedlich.
Das Gelände, in dem die Rodung stattfinden soll, ist abgesperrt. Laut der Polizei protestieren rund 20 bis 30 Menschen seit dem frühen Morgen vor den Absperrungen. Zwei Demonstranten seien zudem innerhalb des Geländes auf einen Baum innerhalb der Absperrung geklettert, sagte der Polizeisprecher. Einer sei bereits wieder unten, ein weiterer solle noch sicher herunter gebracht werden.
Aktivisten besetzen seit Wochen Standort
Seit Wochen besetzen Aktivisten das Gelände nahe der Darmstädter Mathildenhöhe, wo ein Infozentrum für die Welterbestätte entstehen soll. Aktivistinnen und Aktivisten riefen unter dem Motto „Osthang bleibt“ zur Kundgebung auf.
Auf dem Osthang der Mathildenhöhe war zuletzt auch ein Verein aktiv. „Seit 2015 erwecken motivierte Freiwillige den Osthang jedes Jahr erneut zum Leben: Flohmärkte, Ausstellungen, Konzerte, Workshops und Festivals“, heißt es auf der Homepage.
Stadt will Informationszentrum bauen
Die Stadt hat allerdings andere Pläne mit dem Standort: Dort solle ein Informationszentrum entstehen, das „künftig Service, Information und Vermittlung an einem Ort“ bündele und die historischen Gebäude ergänze. „Die geplanten Rodungsarbeiten sind zwingende Voraussetzung für die Realisierung des Projekt“, hieß es in einer Mitteilung Mitte Februar.
„Die Mathildenhöhe ist ein Kulturschatz von internationalem Rang. Das Informationszentrum ist der Ort, an dem wir die Besucher abholen, Orientierung geben und die Geschichte dieses besonderen Ortes verständlich machen“, sagt Oberbürgermeister Hanno Benz laut der Mitteilung.
Laut einer Allgemeinverfügung der Stadt ist „das Betreten, der Aufenthalt und jede Benutzung des Grundstücks“ untersagt. Sie trat demnach am Mittwoch in Kraft. Ab 20. Februar sei die Fläche dann eine Baustelle.
Am Mittwoch war auf dem Gelände eine vergrabene Gasflasche gefunden worden. Diese sei mit Nägeln bespickt, aber leer gewesen, teilte die Polizei mit. Die Stadt verurteilte ein solches Vorgehen. Am Mittwoch hatte sie alle Beteiligten dazu aufgerufen, sich „ausschließlich friedliche und rechtsstaatlich“ mit den unterschiedlichen Positionen auseinanderzusetzen.