IHK-Zuschuss für Sanierungspläne – Hilfe für Firmen in Not
Hohe Kosten, schwache Nachfrage: viele Unternehmen geraten in Schieflage. Wie ein neuer IHK-Zuschuss jetzt den Weg zu dringend benötigten Liquiditätshilfen ebnen soll.
Die Erfurter IHK unterstützt Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten mit einem finanziellen Zuschuss zur Erstellung eines Konsolidierungsplans. (Symbolbild)Martin Schutt/dpa
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Angesichts der angespannten Wirtschaftslage will die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt strauchelnden Unternehmen gezielt unter die Arme greifen. Mit einem neuen Zuschuss sollen Betriebe künftig leichter einen Sanierungsplan erstellen und so schneller an Hilfen aus dem Thüringer Konsolidierungsfonds kommen können, wie die IHK mitteilte. Ziel sei es, vermeidbare Insolvenzen zu verhindern.
Die anhaltende Konjunkturflaute wirke sich zunehmend auf die wirtschaftliche Substanz aus, hieß es. Viele Unternehmen litten unter hohen Kosten, schwacher Nachfrage und unsicheren wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Investitionen und Neueinstellungen würden daher zurückgestellt.
Wenn Restrukturierung am ersten Schritt scheitert
Unternehmensaufgaben und Insolvenzen nehmen den Angaben nach zu. Gleichzeitig zeige die Beratungspraxis der Kammer, dass zahlreiche Unternehmen grundsätzlich stabilisierungsfähig seien. Häufig scheitere eine geordnete Restrukturierung jedoch bereits am ersten Schritt – der Finanzierung eines tragfähigen Konsolidierungsplans.
Genau hier setze der neue Zuschuss an: Er soll die Kosten für einen qualifizierten Sanierungs- oder Konsolidierungsplan abfedern. Ein solcher Plan ist Voraussetzung, um Darlehen aus dem Thüringer Konsolidierungsfonds zu erhalten. Das Land stellt über den Fonds nach Angaben des Wirtschaftsministeriums derzeit rund 14,5 Millionen Euro an Liquiditätshilfen bereit.
So sieht das neue Angebot aus
Der Zuschuss richte sich an Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft im IHK-Bezirk Erfurt, die in wirtschaftlichen Schwierigkeiten, aber noch nicht Insolvenzreif seien. Die IHK übernimmt die Hälfte der Kosten für die Erstellung eines Konsolidierungsplans - maximal 7.500 Euro bei Unternehmen mit sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten oder Auszubildenden oder maximal 3.000 Euro bei Firmen ohne Mitarbeiter.
Wirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU) sieht darin einen wichtigen Beitrag zur Festigung des Wirtschaftsstandorts. Auch IHK-Präsident Peter Zaiß betonte, viele Unternehmen seien nicht gescheitert, sondern benötigten vor allem frühzeitig Unterstützung bei der Restrukturierung.