Volleys vor Playoffs: Angeschlagen, aber mit Meister-Stolz
Enttäuschungen, Trainerwechsel und Verletzungspech: In den Playoffs wollen die BR Volleys eine verkorkste Saison retten. Der Rekordmeister schiebt die Favoritenrolle gerne ab - bleibt aber trotzig.
Will auch am Ende dieser Saison wieder jubeln: Ruben Schott. (Archivbild)Andreas Gora/dpa
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Die Berlin Volleys gehen nach einer durchwachsenen Hauptrunde angeschlagen aber mit dem Stolz eines Serien-Champions in die Playoffs der Bundesliga. „Wir müssen einfach selbstbewusst auftreten. Wir sind immer noch der amtierende Deutsche Meister und genauso müssen wir halt auch spielen“, sagte Kapitän Ruben Schott der dpa.
Am Samstag (18.00 Uhr/Dyn) treffen die Volleys im ersten Viertelfinale auf den Lokalrivalen Netzhoppers Königs Wusterhausen. Wer in der Serie zuerst zwei Spiele gewinnt, ist weiter. Es soll für die Berliner nur der erste Schritt auf dem Weg zum zehnten Meistertitel in Folge sein.
Schott: Lüneburg „auf dem Papier“ der Favorit
Doch erstmals seit 2021 gehen die Volleys nicht als Erster der Hauptrunde in die Playoffs. Ein deutliches Indiz wie ungewohnt durchwachsen die Saison für die Berliner verlief - und wie stark der große Konkurrent SVG Lüneburg inzwischen geworden ist. „Ich sehe sie da schon so ein bisschen in der Favoritenrolle“, sagt Schott, bevor der Stolz wieder durchbricht: „Jedenfalls auf dem Papier.“
Der Rekordmeister wird seinen Platz auf dem Thron nicht kampflos abgeben. Auch wenn das Ausscheiden im Pokal und in der Königsklasse schmerzte. Auch wenn der Trainerwechsel im Januar von Joel Banks zu Alexandre Leal bislang keine große Trendwende brachte. Auch wenn sich Inkonstanz und Mühe durch die Spielzeit zogen.
Läuft es so wie letztes Jahr?
In der Liga haben die Berliner ihre letzten 23 Spiele gewonnen, darunter auch das Rückspiel in Lüneburg. „Wir versuchen jetzt einfach ein kleines Momentum wieder aufzubauen, so wie in der letzten Saison auch“, sagte Schott.
Niroomand war in dieser Saison oft unzufrieden mit seinem Team. (Archivbild)Andreas Gora/dpa
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Damals schwächelten die Volleys im Frühjahr, auch wegen einer heftigen Krankheitswelle. Es wurde ein enger Kampf um die Meisterschaft erwartet. Und am Ende verloren die Berliner kein Spiel und gaben überhaupt nur drei Sätze ab. „Also durchmarschieren und diese Dominanz, die wir letzte Saison hatten, das erwarte ich nicht. Das zum einen liegt an uns, aber auch vor allen Dingen an den anderen“, glaubt Geschäftsführer Kaweh Niroomand.
Verletzungspech bei Berlin
Dagegen spricht auch das große Verletzungspech. Immerhin gibt es bei Außenangreifer Moritz Reichert Hoffnung, dass er schon bald wieder helfen kann. Bei Mittelblocker Nehemiah Mote ist dagegen unklar, ob er in den Playoffs wirklich noch mal eine größere Rolle spielen kann.
Neben Lüneburg sieht Niroomand auch Düren und Friedrichshafen als starke Konkurrenten. „Und das ist ja auch etwas, was die gesamte Bundesliga immer wollte. Spannende Spiele, spannende Ausgangslage“, sagte er.