Viele Stornierungen in Jugendherbergen aus Geldmangel
Die Teilnahme an Klassenfahrten ist für Familien in Mecklenburg-Vorpommern teils nicht selbstverständlich. Jugendherbergen in MV verzeichnen viele Stornierungen einzelner Plätze.
Die Jugendherbergen in Mecklenburg-Vorpommern haben zuletzt viele Einzelplatzstornierungen verzeichnet. (Symbolbild)Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
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Zu Hause bleiben, während Mitschüler oder die Jugendgruppe auf Klassenfahrt oder Jugendfreizeit sind? Das war zuletzt für viele junge Menschen Realität, oft wegen fehlenden Geldes der Familien, wie die Jugendherbergen in Mecklenburg-Vorpommern mitteilten.
14.350 Übernachtungen gingen dem hiesigen Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) nach eigenen Angaben 2025 dadurch verloren, dass eine Buchung einer Klasse oder eines Jugendvereins zwar bestehen blieb, die Zahl der Teilnehmer aber teils erheblich unter die eigentliche Planung sank.
„Das sind in Gästezahlen rund 3.500 Kinder und Jugendliche, die zu Hause geblieben sind, während der Rest ihrer Gruppe oder Klasse soziale Bildung, Erholung und Gemeinschaft mit Gleichaltrigen erleben durfte“, so der Landesverband.
Ohne die Einzelplatzstornierungen hätte der Verband nach eigenen Angaben sogar ein leichtes Plus von rund zwei Prozent erzielen können. Insgesamt kamen die zwölf DJH-Jugendherbergen in MV den Angaben zufolge auf 253.965 Übernachtungen - 8.000 weniger als 2024, beziehungsweise ein Rückgang um drei Prozent.
Nicht nur Familien mit Geldsorgen
Der Verband betonte die Bedeutung von Klassenfahrten und Jugendfreizeiten zur Stärkung des Demokratieverständnisses und sozialer Kompetenzen. „Teilhabe darf keine Frage der finanziellen Möglichkeiten sein – sie ist Voraussetzung für Bildungsgerechtigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt“, wurde Kai-Michael Stybel, Vorstand des DJH-Landesverbands, zitiert.
Ein Problem sind laut Verband auch Personal- und Finanzierungsprobleme bei Bildungs- und Jugendhilfestrukturen selbst: Fehlen Lehrkräfte oder Ehrenamtliche, könnten Kinder und Jugendliche mit erhöhtem Betreuungsbedarf oft nicht mitfahren.
Es seien aber auch in Ansätzen Erfolge erzielt worden: Das Land habe das Budget für Dienstreisekosten von Lehrkräften erhöht, was dafür sorgen solle, dass mehr Klassenfahrten genehmigt werden können.