Viele Baumfrevel-Täter in Hessen bleiben unbekannt
Giftanschläge und illegale Fällungen: Bäume haben auch kriminelle Feinde. Doch diese werden oft nie gefasst. Wie sehen die Zahlen aus?
Platanen – zwei solcher Bäume sind in Frankfurt vergiftet und daher 2025 gefällt worden. Auch anderswo in Hessen kommt es zu Baumfrevel. (Symbolbild)Sina Schuldt/dpa
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Bei vielen absichtlichen Beschädigungen und Beseitigungen von Bäumen in Hessen sind die Täter nie ermittelt worden. 2025 seien landesweit 69 Fälle von vorsätzlicher Beschädigung oder illegaler Fällung von Bäumen registriert worden, teilte Umweltstaatssekretär Daniel Köfer (CDU) auf Anfrage der FDP-Landtagsfraktion mit. Bei derartigen Taten sowie bei mehreren vorsätzlichen Baumvergiftungen seien im vergangenen Jahr aber nur in insgesamt 28 Fällen die Täter ermittelt worden. In 60 Fällen sind 2025 noch Ermittlungen gelaufen – auch in den Vorjahren war es zu Baumfrevel in Hessen gekommen.
FDP-Fraktionschefin Wiebke Knell erklärte in ihrer Kleinen Anfrage: „Wer den Baum eines anderen vorsätzlich schädigt oder vergiftet, begeht eine Straftat.“ Juristisch gehe es um Sachbeschädigung. „Insbesondere bei geschützten Bäumen oder in sensiblen Ökosystemen führen solche Taten zu gravierenden Verlusten an Lebensraum, Artenvielfalt und städtebaulicher Qualität“, betonte Knell.
Vergiftete Platanen in Frankfurt
Vergiftete Platanen hatten in Frankfurt Schlagzeilen gemacht. Zwei Platanen auf dem Merianplatz mussten 2025 gefällt werden. Acht neue junge Bäume sollen sie hier ersetzen: zwei Winterlinden, eine Zerreiche, eine Japanische Zelkove, eine Amerikanische Linde, eine Edelkastanie, eine Ungarische Eiche und eine Orientalische Platane. Ausgewählt worden sind die Bäume entsprechend den klimatischen Anforderungen und mit Fokus auf die Artenvielfalt, erklärte die Stadt Frankfurt. An die beiden gefällten Platanen soll eine Skulptur erinnern.
Auch an anderen hessischen Orten hatten im vergangenen Jahr Giftattacken auf Bäume für Aufsehen gesorgt, etwa in Limburg, Butzbach und Riedstadt. In Riedstadt (Kreis Groß-Gerau) wurden mehrere Bäume auf einmal vergiftet. Darunter auch die sogenannte Karl-Spengler-Eiche, ein Naturdenkmal und mehr als 200 Jahre alt.